
HB FRANKFURT. Die Aktie von K+S gehörte heute zu den Spitzenreitern im Dax. Beim Düngemittelkonzern mehren sich die Zeichen für eine Geschäftsbelebung. Das Unternehmen erhöhte zum zweitem Mal in diesem Jahr seine Kalipreise und verlieh damit an der Börse seinen Aktien Flügel: Die im Dax notierte K+S-Aktie schnellte nach der Ankündigung vier Prozent nach oben und war zeitweise stärkster Gewinner im Börsenleitindex.
K+S kündigte am Freitag an, mit Wirkung zum 15. Juni den Preis für eine Tonne Kaliumchlorid in Europa um acht Euro auf 305 Millionen Euro nach oben zu setzen. "Wir sehen weiterhin eine gute Nachfrage in Europa", erklärte das Management des Kasseler Unternehmens. Zum 1. März hatte das K+S in Europa bereits die Preise um 12 Euro auf 297 Euro die Tonne erhöht. Die Anhebung falle moderat aus, damit die sich weiter normalisierende Nachfrage nicht abgewürgt werde, erklärte K+S. Mit dem Schritt reagiert der Konzern auch auf den Kursverfall des Euro in den vergangenen Wochen. Der Konzern erwirtschaftet mit Kali, das neben Stickstoff und Phosphat ein Hauptbestandteil von Dünger ist, einen Großteil seiner Erlöse.
Besonders in Europa und Nordamerika hatte der weltweit viertgrößte Düngerhersteller zuletzt wieder stark anziehende Bestellungen registriert. Seine Absatzprognose für Kali- und Magnesiumprodukte hatte der Konzern daraufhin im Mai auf gut (bisher, 6,0) Millionen Tonnen angehoben. Wie auch die Rivalen Potash, Uralkali und Mosaic wächst auch bei K+S die Zuversicht für die weiter Entwicklung des Weltmarktes.
Bei Analysten kam der Preisschritt von K+S positiv an. "Mit der zweiten Preiserhöhung gibt es nun einen klaren Trend. Das unterfüttert die guten Perspektiven für 2011", sagte Marco Günther von der Hamburger Sparkasse. K+S profitiert davon, dass Bauern sich im Zuge der Konjunkturerholung wieder mehr mit Dünger eindecken. Nach dem Agrarboom, der der Branche noch 2008 Rekordergebnisse beschert hatte, waren im Zuge der Finanzkrise die Kali-Preise jäh abgestürzt. Inzwischen geht es mit den Preisen wieder langsam bergauf, von den einstigen Rekordniveaus von über 1000 Dollar die Tonne ist die Branche aber noch weit entfernt.









