Aktien: Comeback der Dividenden-Titel - Seite 3

Aktien: Comeback der Dividenden-Titel

3

Wer einen guten Eindruck von der Nachhaltigkeit einer Dividende bekommen möchte, muss den freien Cash-Flow analysieren, aus dem die Dividenden gezahlt werden. Der freie Cash-Flow zeigt, welche Mittel im Unternehmen binnen eines Jahres nach Investitionen noch übrig sind. Im Extremfall kann die Ausschüttungsquote auch deutlich über 100 Prozent des Nettogewinns liegen, ohne dass ein Unternehmen an seine Substanz geht. Möglich ist das, wenn der Cash-Flow den Gewinn übersteigt. Bei der Deutschen Telekom etwa drücken Abschreibungen auf Zukäufe den Gewinn. Auf freien Cash-Flow und Dividende haben diese aber keinen Einfluss.

Besonders dividendenstark sind neben der Telekom die Versorger E.On und RWE mit Renditen von rund 5,5 Prozent. Zum Vergleich: Ihre Anleihen werfen bei Laufzeiten unter sechs Jahren nur drei Prozent ab. Selbst Münchener Rück, Deutsche Post und Allianz liegen mit fast fünf Prozent Dividendenrendite deutlich über dem durchschnittlichen Anleihezins.

Erfreulich: Aktionäre von Post und Telekom, die ihre Aktien vor 2009 gekauft haben, erhalten nicht nur Kursgewinne, sondern auch die Dividende in diesem Jahr steuerfrei. Sie dürfen sie in der Steuererklärung verschweigen – ganz legal. Denn die beiden Unternehmen leisten die Ausschüttung wie schon 2009 nicht direkt aus den Erträgen des Vorjahres, sondern aus speziellen Kapitalrücklagen. Gleiches gilt auch für die Direktbank DAB (7,1 Prozent Dividendenrendite) und die an Einkaufszentren beteiligte Deutsche Euroshop (4,4 Prozent). „Für langjährige Aktionäre ist das eine interessante Möglichkeit, ihre Erträge steuerlich zu optimieren“, sagt Alexander Kimmerle, Steuerberater von Ecovis.

30 Prozent Plus bei den Dividenden

Wer erst seit 2009, und damit nach Einführung der Abgeltungsteuer, Aktionär dieser Unternehmen geworden ist, muss auf Kursgewinne und Dividende Steuern zahlen, allerdings erst beim Verkauf. Das Finanzamt mindert die Anschaffungskosten um die Dividende, der mögliche Gewinn beim Verkauf und die darauf anfallende Steuer steigen. Bei allen Unternehmen, die ihre Dividende regulär aus den Vorjahreserträgen leisten, gibt es bei der Dividende keine Unterschiede zwischen Alt- und Neuaktionären: Beide Gruppen müssen auf die volle Summe Abgeltungsteuer zahlen.

Seit dem Hoch mit 28 Milliarden Euro im Jahr 2008 haben die Dax-Konzerne ihre Dividenden in Summe um acht Milliarden Euro gekürzt. In diesem Jahr bieten sie im Durchschnitt 3,2 Prozent Rendite, noch leicht über dem Zehn-Jahres-Schnitt von 2,9 Prozent. Experten sehen die Dividenden wieder im Aufwind. „Die große Welle der Dividendenkürzungen dürfte überwunden sein“, sagt Aktienstratege Riniker. In den USA und in Asien würden die Unternehmen ihre Dividende schon wieder überwiegend erhöhen.

Auch für den Dax rechnet das Londoner Forschungsinstitut Markit mit steigenden Dividenden und prognostiziert ein Plus von 30 Prozent im kommenden Jahr. Commerzbank-Experte Hürkamp hält einen Anstieg um 20 Prozent für realistisch. Ein Grund: Die Dividendenausfälle bei Daimler und der Lufthansa dürften ein Ausrutscher bleiben.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 18.03.2010, 17:50 UhrAnonymer Benutzer: Jens H.

    Ja, und warum schreibt man überhaupt "Dividende" ?? "Ausgezahlter Ertragsanteil am bilanzgewinn" klänge doch viel griffiger!

    Manchmal kann man sich nur wundern zu welch sinnfreien Kommentaren einige Leser von Qualitätszeitschriften im Stande sind. Wir leben nun mal in einer sich globalisierenden Welt. Und wer mit gutem Gewissen Kleidung aus Südostasien trägt und ein Auto aus Japan fährt soll sich doch bitte nicht über den ein oder anderen Anglizismus empören.

  • 18.03.2010, 12:42 UhrAnonymer Benutzer: enkelt

    warum schreibt man Kammbäck? Mein Gott wir sind ein deutsches Volk mit einer eigenen Sprache, bitte mehr Rückgrad, Deutsche!

Alle Kommentare lesen