Aktien: Schwere Zeiten für VW- und Porsche-Aktionäre

Aktien: Schwere Zeiten für VW- und Porsche-Aktionäre

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Ein abwärts gerichteter Pfeil leuchtet am Montag (20.07.2009) in der Börse in Frankfurt am Main vor einer Anzeigetafel über dem VW-Wert. Mitten im Übernahme-Poker mit Großaktionär Porsche ist die Aktie von Volkswagen auf Talfahrt gegangen. Das Papier verlor am Morgen fast acht Prozent auf rund 230 Euro. Foto: Frank Rumpenhorst dpa/lhe (c) dpa - Bildfunk

Was die Übernahme von Porsche durch VW für die Aktien der beiden Autokonzerne bedeutet, lässt sich nur mutmaßen. Nur eins ist klar: Derzeit überwiegen die Risiken.

Die Aktien von Volkswagen und Porsche waren schon immer speziell: Von Volkswagen gibt es Stamm- und Vorzugsaktien, von Porsche schon traditionell keine Quartalsberichte, was die Aufnahme in einen Index der deutschen Börse mehrfach verhindert hat und Aktionäre bezüglich der Geschäftsentwicklung eher im Dunkeln lässt. Der jetzt entschiedene, aber in allen Konsequenzen noch nicht absehbare Machtkampf zwischen Porsche und VW wird auch für die Aktien deutliche Änderungen bringen. Nur welche das sein werden, ist noch nicht klar.

VW-Stammaktien könnten aus dem Dax fliegen

Die Stammaktien von VW sind schon länger ein Aufreger, denn der Streubesitz der stimmberechtigten Aktien, also die handelbaren Stücke, ist gering. Die Kursspitze der Aktie vom Oktober 2008, als der Kurs kurzzeitig die Marke von 1000 Euro übersprang, machte dies allzu deutlich. Damals war der Machtkampf um Volkswagen mit Optionen auf VW-Aktien im vollen Gange, die WirtschaftsWoche hat darüber ausführlich berichtet. Die Aktie gilt schon lange als deutlich überbewertet, Anleger zahlen mit aktuell mehr als 245 Euro noch immer einen Liebhaberpreis.

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Der Kurs könnte weiter fallen, wenn die Aktienoptionen, die derzeit Porsche noch an VW-Aktien hält, auf die Investoren aus Katar übergehen. Dann könnte der Streubesitz auf etwa neun Prozent sinken. Damit müssten die VW-Stämme den Kreis der Dax-30-Unternehmen verlassen, denn zehn Prozent Streubesitz sind für Dax-Mitglieder Pflicht. Der Kurs käme damit unweigerlich unter Druck, weil viele Fonds, die den Index abbilden, VW-Aktien verkaufen müssten. Anleger sollten darüber nachdenken, angesichts der noch unklaren Modalitäten der Übernahme von Porsche durch VW ihre Stammaktien zu verkaufen oder mit Verkaufsoptionen abzusichern.

Interessanter für Anleger sind da schon die VW-Vorzugsaktien, die kein Stimmrecht auf der Aktionärsversammlung gewähren. Sie kosten derzeit etwas mehr als 54 Euro und werden von vielen Analysten zum Kauf empfohlen – mit Kurszielen von 70 bis 84 Euro. Die Porsche-Aktie notiert knapp um 50 Euro und reagierte nach dem Kurssprung Mitte Juli – als wiwo.de meldete, Wendelin Wiedeking würde das Unternehmen verlassen – nur verhalten auf das offizielle Aus für den Porsche-Chef und die beschlossene Übernahme.

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