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Aktien: Sportjahr macht Adidas attraktiver

von Von Kora-Cora Krause Quelle: Handelsblatt Online

Adidas ist auf Wachstumskurs. Besonders die Fußball-Europameisterschaft und die Olympischen Spiele werden das Geschäft des Sportartikelherstellers stärken. Analysten erwarten einen Anstieg des Aktienkurses, 28 von 33 empfehlen den Kauf.

Quelle: handelsblatt.com
Quelle: handelsblatt.com

FRANKFURT. Die Adidas -Aktie hat unter Analysten viele Freunde. Die starke Kernmarke, das wachsende Asiengeschäft und der schwächelnde Dollar sprechen dafür. In diesem Jahr fiebert Adidas, Weltranglisten-Zweiter in der Sportartikelindustrie, der Fußball-Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz sowie den Olympischen Spielen in Peking entgegen. Olympia soll die Anschubkraft liefern und Adidas zur Nummer eins in China machen: "Zuzüglich der 4 000 bestehenden Adidas -Stores sollen in China bis 2010 rund 3 000 neue Shops entstehen", sagt Analyst Tim Burkhardt von der LBBW.

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Dieses Engagement des Sportartikelherstellers loben Experten, denn die Schwellenländer Asiens bieten ein großes Marktpotenzial. Schon heute bringe der größte Kontinent der Welt fast 25 Prozent des Adidas -Umsatzes ein, sagt Analyst Thilo Kleibauer von der M.M. Warburg. Er traut der Aktie einen Anstieg bis auf 54 Euro zu. Und viele seiner Kollegen sehen das ähnlich: Von 33 befragten Analysten empfehlen 28, die Aktie zu kaufen.

2007 hatte das Papier parallel zum Deutschen Aktien Index (Dax) eine Aufwärtsentwicklung von 38 auf über 50 Euro erlebt. In den vergangenen drei Monaten bewegte sich die Aktie - parallel zur allgemein verschlechterten Marktlage - mit zuletzt gut 40 Euro nahe an ihrem Jahrestiefstand. Das durchschnittliche Kursziel aus Analystensicht liegt aber bei 51 Euro. Sollte das Papier diesen Zielpreis erreichen, entspräche das einer Rendite von fast 30 Prozent.

In Europa können sich Fußball-Fans von der Marketingkampagne des Konzerns überraschen lassen. Adidas habe die EM geschickt genutzt, sagt Jörg Frey, Analyst bei Sal. Oppenheim. Zum Beispiel mit dem offiziellen Adidas -Spielball zum Turnier. "Die EM wird sich positiv auf den Verlauf der Adidas -Aktie auswirken", sagt Frey. Die drei Adidas -Streifen sollen die Leibchen von fünf Nationalmannschaften zieren, die an der EM teilnehmen - und die Fans sollen sie kaufen. So rechnet Adidas 2008 mit 1,2 Mrd. Euro durch den Verkauf von Fußballprodukten. Im EM-Jahr 2004 war es nur die Hälfte.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Das Sorgenkind von Adidas.

Einen Wermutstropfen musste Adidas jedoch hinnehmen: Der amerikanische Konkurrent Nike hat dem fränkischen Unternehmen die Sponsorenpartnerschaft für die französische Elf abgejagt. Aber es sei schwer vorstellbar, dass sich das vier Mal höhere Angebot Nikes von über 45 Mill. Euro rechne, sagt Analyst Kleibauer.

Adidas? Sorgenkind ist der 2006 erworbene US-Sportartikelhersteller Reebok. Die Umsatzerlöse sanken 2007 um sechs Prozent; die Bestellmengen nahmen vor allem im US-Markt merklich ab. Uli Becker, Ex-Marketing-Chef von Adidas, soll nun als neuer Vorstandschef das angekratzte Reebok -Geschäft wieder richten. "Reebok konzentriert sich jetzt wieder auf erprobte Marketingstrategien und möchte sich von seinem Rapper-Image lösen", sagt Analyst Frey. Dabei solle vor allem die Zielgruppe Frauen im Mittelpunkt stehen. Trotz der Marktturbulenzen trauen Experten Reebok zumindest ein leichtes Wachstum zu. Um sich aber von den Konjunkturschwankungen in Amerika zu emanzipieren, konzentriert sich der Konzern künftig auf ein verstärktes internationales Wachstum - besonders eben in Asien.

Trotz des Sorgenkindes weist Adidas eine solide Finanzstruktur auf - für die Analysten ein weiteres Argument für die Aktie: Der Kauf von Reebok scheint verkraftet und der Konzern verfügt über eine gute Eigenkapitalquote von 36 Prozent. Ein Aktienrückkaufprogramm ist mit einem Volumen von bis zu 420 Mill. Euro in Gang gesetzt. Und eine erhöhte Dividende auf 0,50 Euro soll das Aktionärsinteresse wecken.

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