Aktien weltweit: Dax läuft hinterher

Aktien weltweit: Dax läuft hinterher

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Die Frankfurter Börse am 3. März 2010

von Stefan Hajek

Welche Aktien, Branchen und Länderindizes konnten die Verluste von 2008 wieder ausgleichen? Was ist nach der Erholungsrally 2009 jetzt teuer, was hat noch Potenzial? Eine Analyse.

Die starke und schnelle Erholung der Aktienmärkte 2009 nach dem Crash im Herbst 2008 hat sogar die meisten Optimisten überrascht. Viele Börsen haben schon wieder Vorkrisenniveau erreicht. Weltweit haben die Aktienmärkte, gemessen am MSCI All Country Index, im vergangenen Jahr 30 Prozent aufgeholt, nachdem sie 2008 im Durchschnitt knapp 40 Prozent verloren hatten.

Zu weit gelaufen?

Das macht unter dem Strich zwar noch ein deutliches Minus; doch angesichts der nach wie vor unsicheren Konjunkturaussichten stellt sich die Frage, ob die Anleger die Kurse vor lauter Erleichterung nicht schon wieder viel zu weit getrieben haben. Dieser Frage ist die Boston Consulting Group (BCG) in den vergangenen Wochen eingehend nachgegangen. Wie schon mehrfach in den vergangenen Jahren haben Dutzende von BCG-Analysten weltweit Tausende von Aktienkursen analysiert und die Bilanzen der Unternehmen durchforstet – exklusiv für die WirtschaftsWoche: Bei wem haben sich die fundamentalen Rahmenbedingungen 2009 tatsächlich schon wieder verbessert? Wer hat beispielsweise die Verschuldung schon gedrosselt, den Umsatzrückgang gebremst oder trotz Krise weiter Gewinne geschrieben? Und bei welchen Papieren hat lediglich die Hoffnung der Anleger die Kurse getrieben, bei welchen Aktien sind Bewertungskennziffern wie etwa das Kurs-Umsatz-Verhältnis oder die Gewinnbewertung deshalb deutlich gestiegen? Ausführliche Ergebnisse in der Studie (siehe unten) und unter www.wiwo.de/aktienbewertung.

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Die Erholung vom Finanzcrash verläuft alles andere als gleichmäßig. Vor allem viele Bergbau-Titel notieren derzeit sogar höher als vor dem Crash. Auch Schwellenländer-Aktien sind durch die Bank stark gelaufen: „In Argentinien, der Türkei, Brasilien und Südafrika brachten die meisten Aktien den Anlegern unterm Strich ein Plus, wenn man die beiden Jahre 2008 und 2009 miteinander verrechnet“, sagt Daniel Stelter, Koautor der Studie.

Aktien wie Ambev aus Lateinamerika und Rosneft aus Russland führen die Gewinnerliste an. Deutsche Aktien haben dagegen neben Schweizer, chinesischen und japanischen Titeln in den Jahren 2008 und 2009 am meisten Wert vernichtet.

Noch tief im Minus

28 von 30 Dax-Titeln konnten 2009 ihre Verluste aus dem Vorjahr nicht kompensieren, daran änderten auch die teilweise attraktiven Dividenden nichts. Unterm Strich verdienen Anleger zwischen 1. Januar 2008 und 31. Dezember 2009 nur mit Fresenius Medical Care und K+S Geld. Sind die Dax-Werte im Allgemeinen jetzt wenigstens günstig bewertet? Leider nicht. „Die Erholung der Konjunktur und damit der Umsätze und Gewinne verläuft in Kerneuropa leider sehr langsam; die Bewertung der meisten Dax-Titel deutet jedoch auf einen mittelfristigen Wiederanstieg der Unternehmensprofite hin", sagt Stelter.

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