
Als weitere Bremsklötze für die Weltkonjunktur haben die BCG-Experten die hohe Verschuldung von Banken, Privatleuten und Staaten in den Industrieländern ausgemacht. Dadurch sinke weltweit die Kreditnachfrage – historisch waren dies stets schlechte Jahre für Wachstum und damit für die Aktienmärkte. Auch das allmähliche Ende der staatlich finanzierten Konjunkturprogramme sehen die BCG-Analysten kritisch. Ihre Simulationsrechnungen sehen die Weltwirtschaft bis 2017 nur mit zwei Prozent pro Jahr wachsen; das Wachstum seit 1980 lag im Schnitt bei annähernd vier Prozent.
„Ein so schwaches Wachstum ist per se schlecht für Aktien“, sagt Plaschke. „Weil Umsatzwachstum schwieriger wird, nimmt der Konkurrenzkampf zu, was auf die Gewinnmargen der Firmen drückt.“ Zudem verleite das relativ schwache Steueraufkommen die Politik erfahrungsgemäß zu Abgabenerhöhungen.
Grundsteine vor Jahrzehnten gelegt
Doch es gibt auch Hoffnung. BCG-Studien der Langzeit-Baissen 1966 bis 1982 oder auch der Dreißigerjahre zeigen, dass viele Unternehmen gerade hier den Grundstein für künftiges hohes Wachstum legen. „Einige nutzen die Schwäche der Konkurrenten in einer Rezession, um sich für den nächsten Aufschwung in Position zu bringen“, sagt Co-Autor Farag.
Wenn der neue Aufschwung erst läuft, ist es meist zu spät, die Aktien der Gewinner zu kaufen. Denn zur Logik der Börse gehört, dass die größten Börsengewinne dann schon gemacht sind. Anleger werden in den kommenden Jahren also durchaus Gelegenheit haben, günstig bewertete Aktien zu kaufen, die sich auf lange Sicht auszahlen werden.
„Die Rezepte, die in den vergangenen schweren Rezessionen von 1929 bis 1942 oder auch in den Siebzigerjahren wirkten, werden mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch dieses Mal greifen“, sagt Stelter. Klar ist, dass Bilanz- und Cash-starke Unternehmen einen Vorteil gegenüber verschuldeten Firmen haben. Während Schuldenmacher von einem Sparprogramm ins nächste taumeln, können die Gesunden finanzschwache Konkurrenten mit interessanter Technologie und Kundenkartei aufkaufen.
Krisengewinner
Am besten fuhren auf lange Sicht aber Unternehmen, die trotz Krise in ihre Kernprodukte investierten – weniger durch Übernahmen als durch Forschung und Entwicklung. „Keiner der von uns untersuchten Gewinner früherer Baissen hatte in der Krise seine Entwicklungs- budgets gesenkt“, sagt Stelter. So konnten in den Dreißigern General Electric und General Motors den Wettbewerbern Westinghouse und Ford bis zu 40 Prozent Marktanteile abjagen. In den Siebzigern legten IBM oder Dupont die Grundlagen für spätere Börsenerfolge.
Die Aktien der Krisengewinner wirken zunächst meist teurer als die ihrer Wettbewerber, weil die Zukunftsinvestitionen zunächst zulasten von Gewinn und Dividende gehen. So kamen in der Pharmabranche die Erträge für Aktionäre zuletzt kaum noch aus einer gestiegenen Börsenbewertung: Anleger trauen den Pharmafirmen kaum noch Wachstum zu und bewerten sie entsprechend niedrig.
Doch der Bedarf an neuen Antibiotika und Impfstoffen wächst ständig. Wer Gewinner sucht, sollte nach Unternehmen fahnden, die ihr Cash in Forschung und Entwicklung stecken, statt hohe Dividenden auszuschütten. Intuitive Surgical, Gilead und CSL könnten solche Aktien sein. Sollten alle Medikamente nicht helfen, bleibt immer noch chinesischer Hirseschnaps. Kweichow Moutai jedenfalls meldet auch für’s erste Halbjahr 2010 wieder hochprozentige Zuwachsraten.










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Alle Kommentare lesen09.09.2010, 16:54 UhrAnonymer Benutzer: FivePoints
@ boersenewyork.de: Tarkett Sommer war meiner Ansicht nach auf Dauer kein so gutes Geschäft für die Aktionäre.
Die langweiligen Produkte sind auch nicht immer die Lösung. Auch dort muss man vorsichtig sein. (Was buffett insgesamt auch ist.)
09.09.2010, 14:28 UhrAnonymer Benutzer: gettop
nach in search of excellence von McKinsey, nun der Hammer : gesucht - gefunden der ultimative Weg zum Millionär - doch was gibt es bei bCC wirklich - heiße Luft und Asche für alle, die bei bCC diese buisiness-Worthüsen kaufen
auf die Frage wer wird hier Millionär, lautet die Antwort, die Partner von bCC, da sie das dumme Zeug doch an die Allerdümmsten verkaufen
09.09.2010, 02:59 UhrAnonymer Benutzer: boersenewyork.de
Martin, du hast recht mit deiner kritischen Anmerkung. Solide Dividendenzahler sind auf lange Sicht die besten Papiere. Je langweiliger die Produkte, desto besser. Mit Herstellern von Holzböden oder Toilettenschüsseln kann man kaum daneben liegen. Das zeigt der Erfolg Warren buffetts klar.