Aktienbewertung: Ertragsanalyse: Scharf gerechnet

Aktienbewertung: Ertragsanalyse: Scharf gerechnet

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Die Börse in Frankfurt am Main

Wann ist eine Aktie zu teuer, wann unterbewertet? So haben die Experten von Boston Consulting nahezu 6000 Aktien analysiert und bewertet.

Die Fragen, wann eine Aktie zu teuer, und wann unterbewertet ist, dürften so alt sein wie die Börse selbst. Die Berater der Boston Consulting Group (BCG) entwickelten zur Beantwortung eine eigene Methode: Der TSR (Total Shareholder Return) gibt an, wie viel Aktionäre in den vergangenen fünf Jahren mit einer Aktie verdienten. Im zweiten Schritt gliedert BCG den Ertrag in seine Bestandteile auf. Untersucht wird, welche Faktoren den Börsenerfolg treiben:

1. UmsatzwachstumBei identischen Bedingungen – gleicher Gewinnmarge, gleicher Aktienanzahl und gleichen Schulden – müsste eine Firma, die doppelt so viel umsetzt wie im Jahr davor, theoretisch ihren Börsenwert verdoppelt haben.

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2. Gewinnmarge Steigert das Unternehmen seine Profitabilität von 20 auf 40 Prozent (Marge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, Ebitda), müsste sich dies – bei sonst gleichen Bedingungen und theoretisch – ebenfalls in einem verdoppelten Börsenwert niederschlagen.

3. Dividende ist ebenfalls ein Erfolgsfaktor.

4. Aktienanzahl Verringern Rückkäufe die Zahl der Aktien, so wirkt das wertsteigernd, denn positive Ertragsgrößen wie Gewinn, Cash-Flow oder Dividenden müssen mit „weniger anderen Aktionären geteilt werden“. Umgekehrt gilt: Erhöht sich die Aktienzahl ohne Zukauf eines anderen Unternehmens, also über Kapitalerhöhungen, so wirkt das wertmindernd.

5. Schuldenabbau Schulden sind wertmindernd, denn das Unternehmen muss nicht nur Zinsen zahlen: Ein Aufkäufer müsste sie außerdem dem Marktwert des Unternehmens zuschlagen.

6. Bewertung Sie misst Veränderungen im Verhältnis von Unternehmenswert (Börsenwert plus Schulden minus Barbestand) und Gewinn (Ebitda). Hängt ein Börsenerfolg vor allem an diesem Punkt, läuft das Unternehmen in eine Überbewertung hinein. 

Die Erwartungsprämie ergibt sich aus dem Vergleich des aktuellen Marktwertes des Eigenkapitals und der Summe der abdiskontierten Cash-Flows in die Zukunft. Rote Ziffern in den Tabellen bedeuten: Die Anleger bewerten das Unternehmen aktuell höher, als es seiner Ertragskraft entspricht. Die Leistung muss künftig steigen, um diese Prämie zu rechtfertigen. Gelingt dies nicht, drohen Kursrückschläge. Umgekehrt bedeuten grüne Ziffern, dass die Anleger zu niedrige Erwartungen in die Ertragskraft setzen.

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