Aktienhandel: Der Teufel im Detail: Handelbarkeit exotischer Aktien

Aktienhandel: Der Teufel im Detail: Handelbarkeit exotischer Aktien

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Broker an der Börse in Teheran. Der Hnadel mit Aktien kann an den Heimatbörsen schnell teuer werden.

von Stefan Hajek

Viele Aktien aus Schwellenländern sind an der deutschen Börse zweitgelistet. Diese können problemlos gehandelt werden. Kompliziert und teuer kann es an den Heimatbörsen werden.

Immer öfter fördert die empirische Ermittlung der ertragsreichsten Aktien der Welt von Boston Consulting Papiere aus Schwellenländern wie China, Indien, Südkorea Chile, Brasilien oder Indonesien zutage (siehe Tabellen). Dort gibt es zwar teils große Börsen, wie Mumbai oder Shanghai, an denen das tägliche Handelsvolumen das vieler westlicher Börsenplätze übersteigt. Für deutsche Privatanleger sind die Aktien an solchen Börsen aber oft nur über langwierige und teure Umwege zu bekommen. 

Günstige Alternative: Freiverkehr

Am einfachsten und günstigsten ist der Handel, wenn die Aktie des Schwellenländer-Konzerns zusätzlich zur jeweiligen Heimatbörse im Freiverkehr einer deutschen Börse gelistet ist; Broker an den Börsen Frankfurt, München, Düsseldorf oder Berlin stellen dann problemlos und zeitnah relativ günstige Kurse, der Handel ist bei vielen Aktien zudem liquide, die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskursen nicht unbotmäßig hoch. Die Aktien sind in den Tabellen mit einem * markiert. 

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Andere Schwellenländeraktien, wie Orascom aus Ägypten, Mahindra & Mahindra aus Indien und vor allem viele lateinamerikanische Werte sind an der New Yorker Nasdaq, der NYSE oder in London zweitgelistet, so zum Beispiel Antofangasta (Chile), Cresud (Argentinien) oder Brasil Foods (Brasilien); auch in New York oder London ist der Handel von Deutschland aus liquide und relativ kostengünstig.  Das selbe gilt für US-papiere, die es nicht im deutschen Freiverkehr gibt.

Teure Heimatbörsen

Schwieriger wird es, wenn Privatanleger an die Heimatbörsen der Schwellenländer-Aktien selbst gehen müssen. Das geht theoretisch bei fast allen Ländern, ist aber sehr aufwändig und vor allem teuer. „Grundsätzlich ermöglichen wir zwar den Handel an jeder freien Börse, an der es keine Kapitalverkehrs- oder Devisen-Restriktionen seitens der lokalen Behörden gibt“, sagt Ingo Hillen, Vorstand des auf Daytrader spezialisierten Onlinebrokers Sino. 

Hat die deutsche Filialbank oder der Onlinebroker des Anlegers keine eigenen Händler an der Börse des gewünschten Landes, so wickelt sie den Handel über eine große internationale Investmentbank ab, wie Goldman Sachs oder HSBC. Deren Gebühren kommen also schon mal oben drauf. „Da solche Geschäfte nicht mehr rein Internet-basiert ablaufen, sondern auf jeden Fall Telefonhandel im Spiel ist, kommen da   dreistellige Beträge zusammen“, sagt Florian Kurz vom Münchner Broker DAB. „Die Gebühren des Partners teilen wir dem Kunden aber vor dem Handel mit; die meisten treten dann von exotischen Länderbörsen ohnehin zurück“, sagt Kurz. Grundsätzlich gilt: je mehr Banken dazwischen geschaltet werden müssen, desto teurer der Handel.

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