Aktienmärkte: Seltene Warnsignale

Aktienmärkte: Seltene Warnsignale

Der Dow Jones wieder deutlich unter der Marke von 13.000 Punkten, der Dax kämpft mit der 7000, der Euro Stoxx mit dem Niveau von 3700. Weltweit sind die Aktien nach dem Frühjahrsaufschwung ins Stocken gekommen. Nun kommen auch noch Warnsignale hinzu, die es nicht jeden Tag gibt.

Er gehört zu den zuverlässigsten Krisenbarometer überhaupt: Der V-Dax, der Index der Kursschwankungen an der deutschen Börse, der aus den Erwartungen am Terminmarkt destilliert wird.

Dieser V-Dax erreichte im hektischen Januar einen Höchststand um 40. Ein so hoher Wert ist typisch für einen Kurssturz. Im Zuge der Erholung ist er dann bis in die zweite Mai-Hälfte wieder auf unter 20 gesunken. Auch das ist typisch und stellt eine klassische Beruhigung dar. Vor wenigen Tagen ist er nun wieder über 20 gestiegen – ein Signal dafür, dass die Gefahr an den Märkten wieder schrittweise zunimmt.

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Ähnlich das zweite Kurvensignal, das vom amerikanischen Aktienmarkt kommt. Und zwar dieses Mal nicht vom Dow Jones selbst, sondern von seinen Unterindizes Transportation und Utilities. Altgediente Börsianer werden aufhorchen, handelt es sich bei diesen beiden doch die modernen Varianten der alten Railroads und der Versorger. Die Wechselwirkung aus beiden ist ein wichtiges Instrument der klassischen Kurvenanalyse. Kurz gesagt: Wenn beide angeschlagen sind, dann gilt das für den Gesamtmarkt erst recht.

Der Transport-Index hat bei 5400 erst einmal am All-Time-High angeschlagen, die Utilities sind um 515 hängen geblieben. Beide sprechen also noch nicht für einen große Abwärtswende; aber beide legen nahe, dass es in den nächsten Wochen zumindest eine Korrektur gibt. Ob dann daraus mehr wird, das dürfte sich in der zweiten Junihälfte entscheiden.

Drittes Kurvensignal kommt vom Indez der amerikanischen Häuserbauer, der S&P Homebuilders. Diese Kurve hat in den vergangenen zwei Jahren wie keine andere die Tendenz an den Märkten vorweggenommen – und dieser Index neigt seit einigen Tagen wieder merklich zur Schwäche.

Fazit: Alle drei Kurvensignale deuten in eine ähnliche Richtung: Den Märkten dürften einige unruhige Wochen bevorstehen. Es muss zwar nicht zu scharfen Kursrückgängen kommen, aber die Gefahr von Kursrückgängen ist derzeit größer als die Chance, an den Börsen etwas zu verpassen. Auf die leichte Schulter nehmen jedenfalls sollte kein Investor so seltene Warnsignale.

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