Aktientipp: Freenet: Ende der Flaute

Aktientipp: Freenet: Ende der Flaute

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Grafik: Kursverlauf der Freenet-Aktie 2007-2010

Der schleichende Kunden- und Umsatzrückgang beim Telekomunternehmen Freenet scheint gestoppt. Jetzt könnte es auch mit der Aktie aufwärts gehen.

Zwei Jahre ist es her, da tobte in Büdelsdorf eine Übernahmeschlacht. Drillisch und United Internet wollten die ortsansässige Freenet übernehmen und zerschlagen. Freenet vereitelte die Attacke mit einer Giftpille, schluckte den Konkurrenten Debitel – obwohl dessen Geschäftsmodell, das Vermitteln von Handyverträgen anderer Anbieter wie Telekom oder Vodafone, längst ein Auslaufmodell war. Kein Wunder, dass seither der Aktienkurs litt. Mit dem Debitel-Klotz am Bein ließ sich zwar die Übernahme abwehren, aber die Kennzahlen der Norddeutschen verschlechterten sich zusehends. Zudem ist bekannt, dass die beiden ehemaligen Angreifer, die noch 17 Prozent an Freenet halten, ihre Positionen nach der gescheiterten Übernahme nicht mehr brauchen und bei Gelegenheit loswerden wollen. Und wie alle Telekomunternehmen leidet Freenet unter schleichendem Kunden- und Umsatzschwund. Allerdings konnte der Rückgang zuletzt stark gebremst werden. Nun wurden auch noch Vorwürfe laut, Freenet habe zulasten von Endkunden Verträge mit der Deutschen Telekom bevorzugt zu überhöhten Konditionen verkauft.

Ende der Misere

Allmählich könnte aber nun das Ende der Kursmisere in Sicht kommen. Denn die fundamentalen Daten sind nicht so schlecht. Das TecDax-Unternehmen baut sein Geschäft um und konzentriert sich auf teure, datenträchtige Mobilfunkangebote für Smart-phones wie das Apple iPhone. Andere Sparten wurden verkauft, Billig-Handyverträge sollen auslaufen. Die Neuausrichtung greift: Der Vorsteuergewinn (EBT) stieg in den ersten neun Monaten 2010 von 8,1 im Vorjahr auf 68,6 Millionen Euro. Die Kosten für die Sanierung fielen im abgelaufenen Quartal mit zehn Millionen Euro nur noch halb so hoch aus wie vor einem Jahr. Zudem musste Freenet weniger abschreiben und Zinsen zahlen. Die Finanzschulden verringerten sich von 1167 auf 677 Millionen Euro. Analysten rechnen 2011 mit einer Sonderdividende von einem Euro, was einer Gesamtrendite von fast zwölf Prozent entspräche. Selbst, wenn es nicht ganz so viel wird: Auf diesem Niveau können langfristig orientierte Anleger Positionen aufbauen.

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