Aktientipp: Hochtief: Lachende Dritte

Aktientipp: Hochtief: Lachende Dritte

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Kursverlauf der Hochtief-Aktie 2007-2010

von Harald Schumacher

Mit Katar bekommt Hochtief-Angreifer ACS einen Gegner, Anleger aber gewinnen einen Verbündeten. Welche Perspektiven die Hochtief-Aktie im Übernahmekampf bietet.

Als Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter vor vier Wochen gute Zahlen präsentierte und vielversprechende Perspektiven aufzeigte, blieb die Aktie wie festgenagelt. Seit bekannt ist, dass die Essener mit dem Emirat Katar einen neuen Großaktionär bekommen, steigt der Kurs.

Mit dem Emirat an der Seite kann sich der deutsche Baukonzern besser gegen den Angriff des spanischen Konkurrenten und Hauptaktionärs ACS wehren. Eine Zerschlagung Hochtiefs wird damit unwahrscheinlicher. Zudem wird an der Börse spekuliert, dass sich Katar nicht mit den bisher vorgesehenen 9,1 Prozent zufrieden-geben, sondern weiter aufstocken könnte. Sollte es zu einem Wettbieten mit ACS kommen, würde das den Kurs weiter anheizen.

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Dabei ist der Einstieg Katars auch ohne den Kampf gegen ACS ein gutes Zeichen, wie Branchenkenner Marc Gabriel vom Bankhaus Lampe sagt: "Das wird als Hinweis gewertet, dass Hochtief eine sehr gute Entwicklung vor sich hat und die Aktie deutlich unterbewertet ist."

Aktie keineswegs ausgereizt

Gegen den Einstieg des Emirats kann ACS juristisch kaum etwas unternehmen, sagen Aktienrechtsexperten. Oliver Maaß von der internationalen Kanzlei Heisse Kursawe Eversheds meint, die Begründung für die zum Einstieg notwendige Kapitalerhöhung (eine intensivere Zusammenarbeit mit dem Emirat Katar vor der Fußball-WM 2022) sei "so schlüssig, dass sie nicht angreifbar ist". Sogar weitere Kapitalerhöhungen sind möglich. Sie würden den bisherigen ACS-Anteil (unter 30 Prozent) weiter absenken und könnten die Übernahmestrategie des überschuldeten spanischen Angreifers aushebeln.

Bei Kursen um 65 Euro sind Hochtief-Aktien keineswegs ausgereizt. Die ACS-Manager sagen, sie hätten mit Widerständen gerechnet und wollten weiter zukaufen. Auf der anderen Seite ist Katar finanzstark genug und dürfte mit Blick auf das riesige Bauvorhaben der WM 2022 seine Beteiligung an Hochtief sicher nicht mehr aus der Hand geben. Der Weg zur Macht bei Hochtief führt über die Aktie. Die kann durchaus bis zum alten Hoch bei 90 Euro steigen.

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