Aktientipp: Hochtief: Tango tanzen auf der Baustelle

Aktientipp: Hochtief: Tango tanzen auf der Baustelle

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Grafik: Kursverlauf der Hochtief-Aktie 2007-2010 (Klicken Sie auf die Grafik für eine erweiterte Ansicht)

Nach dem jüngsten Anstieg bleibt die Hochtief-Aktie immer noch bezahlbar und nicht zu teuer. Im Übernahmekampf mit dem spanischen Angreifer ACS könnte der Kurs stark nach oben ziehen.

An die 400 Millionen Euro ist Hochtief an der Börse bisher teurer geworden, seitdem der spanische Großaktionär ACS am 16. September bekannt gab, er wolle die Mehrheit des deutschen Baukonzerns. Der Angriff der Spanier ist für die Hochtief-Aktie ein Treibsatz, weil der Kurs über seinen wirtschaftlichen Wert hinaus einen machtpolitischen Aufschlag bekommt. Der Kampf um Hochtief wird über die Mehrheit der Anteile entschieden – das macht die Papiere so wertvoll.

Dabei sind Hochtief-Aktien auch nach dem jüngsten Anstieg nicht zu teuer. Alle Papiere zusammengenommen bringen es an der Börse auf 4,4 Milliarden Euro. Dafür gibt es einen der größten Baukonzerne der Welt, dessen Umsatz in diesem Jahr etwas über den 18,2 Milliarden von 2009 liegen dürfte. Hochtief ist stark im internationalen Geschäft, das mehr als 80 Prozent zum Gesamtumsatz beisteuert. In den Vereinigten Staaten rechnet Ableger Turner mit vielversprechenden Infrastruktur-Aufträgen; in Australien profitiert Tochter Leighton vom Rohstoffboom.

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Hochtief kämpft gegen Spanier

Der hohe Auftragsbestand (gut 42 Milliarden Euro) signalisiert, dass Hochtief in den nächsten Jahren mehr als 20 Milliarden Euro Rekordumsatz erreichen kann. Bezahlt die Börse für jeden Euro Jahresumsatz nur 30 Cent, ergäbe das sechs Milliarden Euro Börsenwert oder, für jede der 70 Millionen Hochtief-Aktien, rechnerisch 86 Euro.

Bei dieser Projektion ist der Übernahme-Aufschlag noch gar nicht eingerechnet. Hochtief wird alle Hebel in Bewegung setzen, damit ACS nicht die Mehrheit bekommt. Die Essener werben bei Investoren für die eigene Aktie oder können selbst weitere Anteile dazukaufen. Im Kern geht es darum, die Hochtief-Aktie so teuer wie möglich zu machen, damit es für den Angreifer ACS unrentabel oder unmöglich wird, weitere Anteile dazuzukaufen.

So paradox es klingt: Wer auf Hochtief-Aktien setzt, spekuliert zunächst auf einen anhaltenden Angriff der Spanier und deren weitere Zukäufe über die Börse. Sollte ACS entgegen den Erwartungen die Luft ausgehen, wäre ein schneller Kursrückschlag wahrscheinlich.

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