Aktientipp: Nestlé: Appetitmacher

Aktientipp: Nestlé: Appetitmacher

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Kursverlauf der Nestlé- Aktie 2007-2010 (Klicken Sie auf die Grafik für eine erweiterte Ansicht)

Mit dem Kauf des US-Tiefkühlpizzageschäfts mit vom Rivalen Kraft Foods könnte der Nahrungsmittelkonzern Nestlé seine Marge steigern. Und für weitere Zukäufe ist noch viel Geld übrig.

Was für eine Woche: Vergangenen Montag verkaufte der Nahrungsmittelkonzern Nestlé seinen Anteil am Augenmedizin-Anbieter Alcon für umgerechnet 20 Milliarden Euro an den Pharmakonzern Novartis. Ein Drittel des Geldes gibt Nestlé an die Aktionäre zurück, über den Rückkauf eigener Aktien. Einen Tag später investierte Nestlé weitere 2,6 Milliarden Euro des frischen Geldes, um das US-Geschäft mit Tiefkühlpizza vom Rivalen Kraft Foods zu kaufen. Pizza passt zwar nicht zur Nestlé-Strategie, immer mehr Produkte mit gesundheitlichem Mehrwert (und dadurch erhoffter höherer Marge) anzubieten. Dafür aber wuchs das ungesunde Pizza-Geschäft seit 2005 um mehr als zehn Prozent und verbessert noch dazu Nestlés Marge. Was aber wird Konzernchef Paul Bulcke mit den übrigen zehn Milliarden Euro aus dem Alcon-Verkauf anstellen?

Attraktive Rendite absehbar

Schon vor dem Geldsegen hätten zwei Jahresgewinne ausgereicht, um die zum Jahresende auf 13,5 Milliarden Euro geschätzten Schulden abzuzahlen. Angesichts niedriger Zinsen wäre es sinnvoll, nicht alles übrige Geld in den Schuldenabbau zu stecken. Stattdessen könnte Nestlé die Dividende erhöhen und mehr als die bisher erwarteten 50 Prozent des Gewinns ausschütten. 2009 zahlte Nestlé 1,40 Franken pro Aktie, im laufenden Jahr erwarten Analysten 1,48 Franken. Bei einer kräftigeren Erhöhung könnte die für 2010 auf knapp drei Prozent geschätzte Dividendenrendite zum Rivalen Unilever aufschließen, dessen Rendite Analysten bei 3,6 Prozent sehen. Das ist attraktiv, etwa im Vergleich zum Tagesgeldkonto. Nestlé ist für das 18-Fache der für 2010 erwarteten Gewinne zu haben, also noch erschwinglich. Das Hauptrisiko: Der im April 2008 als Chef angetretene Bulcke könnte überteuerte Übernahmen riskieren. Allerdings hat der Belgier nun mitgeteilt, dass er kein Wettbieten mit dem US-Rivalen Kraft um den Schokoladenhersteller Cadbury anfängt, für den Kraft zwölf Milliarden Euro bietet.

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Bulckes US-Pizza-Kauf lohnt, falls er dort wirklich – durch die Zusammenlegung mit Nestlés altem US-Tiefkühl-Geschäft – in fünf Jahren Kosten in Höhe von sieben Prozent des Umsatzes einspart. Eine mittelgroße Pizza statt ein Berg Schokolade — der Kauf legt nahe, dass der Nestlé-Chef Großeinkäufe meidet und lieber zu appetitlichen Häppchen greift.

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