Aktienvergleich: Apple: Vom Verfolger zum Gejagten

Aktienvergleich: Apple: Vom Verfolger zum Gejagten

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Kursverlauf der Apple-Aktie 2008-2010

von Anton Riedl und Andreas Toller

Apple ist an der Börse mehr als 20 Jahren wieder mehr wert als Microsoft. Und der Hype um den Tablett-Computer iPad sorgt nochmals für ein sattes Kursplus an der Börse. Grund genug, sich die Rivalen genauer anzusehen.

Die Rivalität stammt noch aus den Geburtsjahren des Heimcomputers: Apple war schon in den 80er-Jahren an der Spitze des Computermarktes, im Dezember 1989 war Apples Börsenwert bereits höher als der von Microsoft. Konkurrenzprodukte mit dem Microsoft-Betriebssystem steigerten jedoch ihren Marktteil in Folge auf eine faktische Monopolstellung, die Bürosoftware Microsoft Office bescherte dem Software-Konzern aus Redmond weitere Milliardengewinne. Deshalb stand die Apple-Aktie auch an den Börsen seitdem im Schatten des Giganten Microsoft und galt lange Jahre als Liebhaber-Wert.

Börsenwert höher, Marge schwächer

Und es ging weiter bergab. 1997 sollte Gründer Steve Jobs dem einstigen New-Economy-Star neues Leben einhauchen und kehrte zwölf Jahre nach seinem Abschied auf den Chefsessel zurück. Microsoft-Gründer Bill Gates sprang dem einstigen Erzfeind zur Seite und kaufte ein dickes Aktienpaket von Apple. Mit der Finanzspritze von 150 Millionen Dollar und unter der der erneuten Führung von Jobs schwang sich Apple mit den Jahren wieder zum Branchenprimus auf.

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Heute ist Apple an der US-Börse Nasdaq 230,5 Milliarden Dollar wert, Microsoft hingegen 227,9 Milliarden Dollar. Bei Umsatz und Gewinn ist das Bild noch umgekehrt: Microsoft erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2009 58,4 Milliarden Dollar, der Nettogewinn lag bei 14,6 Milliarden Dollar. Apple hingegen macht 36,5 Milliarden Umsatz, netto lag der Gewinn bei 5,7 Milliarden Dollar. Damit verdient Microsoft pro Dollar Umsatz 25 Cent, Apple jedoch nur knapp 16 Cent.

Märkte erobern, dann abschließen

Der Erfolg von Apple und damit der Aktie hat verschiedene Gründe. Ohne Zweifel ist Apple seit einigen Jahren das spannendere Unternehmen. Die innovativen Produkte mit dem Apfel-Logo gelten bei Technik-Freunden als Revolution, die Verkaufszahlen erscheinen astronomisch. Nachdem sich das iPad in den USA in nur vier Wochen bereits mehr als eine Million mal verkauft hat, sind die Erwartungen hoch. Dabei zollen Beobachter dem Geschäftsmodell von Apple ebenso Respekt wie Argwohn. Denn im Grunde ähnelt die Markteroberung Apples mit immer neuen Geräten, Software, Verkaufsplattformen und geschlossenen Systemen einem alten Microsoft-Prinzip: Reiß so viele Marktanteile an dich, wie es geht, und sorg dafür, dass sie dir niemand mehr wegnehmen kann. Während Microsoft wegen Marktmissbrauchs immer öfter vor den Kadi gezerrt wird, mit Milliardenstrafen belegt und dazu verdonnert wird, seine Plattformen für Drittanbieter zu öffnen, kam Apple bislang weitgehend ungeschoren davon. Dabei bewegt sich Apple immer entlang der Wertschöpfungskette im Bereich der digitalen Kommunikation: kein iPod funktioniert ohne die Plattform iTunes, die zugleich dem Verkauf digitaler Medien dient. Apps, die kleinen Zusatzprogramme für das iPhone, gibt es nur im AppStore. Microsoft zehrt hingegen von seinem Quasi-Monopol bei Betriebssystem und Office-Software – und verdient nach wie vor hervorragend damit. Zukäufe und Innovationen brachten jedoch zuletzt selten den erhofften Erfolg.

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