
HB HONGKONG/SHANGHAI. Die chinesische Agricultural Bank of China (AgBank) sieht sich nach der Vorlage ihrer Bilanzdaten für den größten Börsengang aller Zeiten gut gerüstet. Das in Peking ansässige Kreditinstitut rechne für 2010 mit einem Anstieg des Nettogewinns um mindestens 28 Prozent auf umgerechnet zehn Mrd. Euro, teile die Bank am Freitag mit. Die Bilanzsumme habe sich seit 2008 um ein Drittel auf 1,157 Billionen Euro erhöht. Damit rückte der IPO-Kandidat um einen Platz zum drittgrößten Kreditinstitut der Volksrepublik auf.
Nach der Überschuldung im Jahr 2007 ist dies eine bemerkenswerte Kehrtwendung für das Finanzinstitut. Damals musste die Regierung der Bank mit 30 Mrd. Dollar unter die Arme greifen und sie von Problemkrediten befreien.
Wie am Freitag aus einem vorläufigen Bericht der chinesischen Börsenaufsicht hervorging, will das Geldhaus bei seinem Mega-IPO bis zu 47,6 Mrd. Aktien ausgeben. Sollte die Mehrzuteilungsoption ausgeübt werden, würden es gar bis zu 54,8 Mrd. Papiere werden. Die Notierung in Shanghai soll sieben Prozent der erweiterten Kapitalbasis entsprechen, die in Hongkong acht Prozent. Zum Ausgabepreis wurden keine Angaben gemacht. Die AgBank will insgesamt rund 30 Mrd. Dollar mit dem Börsengang einnehmen. Der Schritt an die Märkte ist für Mitte Juli geplant.
Zudem gab die AgBank eine Kooperation mit der niederländischen Rabobank in China bekannt. In Medienberichten war zuvor spekuliert worden, das Kreditinstitut könnte bei der AgBank als strategischer Investor einsteigen.
Der Markt für IPOs gilt in China nach einer Flut von Börsengängen in den vergangenen Monaten als weitgehend gesättigt. Zudem haben die Aktienmärkte in den vergangenen Wochen deutlich nachgegeben. Die AgBank hat mit 350 Mio. mehr Kunden als die USA Einwohner.









