Autozulieferer: Leoni-Chef Probst: "Der Umsatz steigt"

InterviewAutozulieferer: Leoni-Chef Probst: "Der Umsatz steigt"

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Klaus Probst, Vorstandschef des Autozulieferers Leoni

Zehn Prozent Wachstum im kommenden Jahr sind das Mindestziel von Leoni-Chef Klaus Probst. So wäre der MDax-Konzern wieder profitabel.

WirtschaftsWoche: Herr Probst, warum sollten Anleger Leoni-Aktien kaufen? Schließlich machen Sie zwei Drittel des Umsatzes mit Kabeln für Autohersteller – und die trifft die Krise besonders hart.

Probst: Im Herbst 2008 ist unser Geschäft tatsächlich schlagartig eingebrochen. Bis März 2009 haben wir, um Kosten zu senken, unsere Belegschaft um 8000 auf 45.000 Mitarbeiter reduziert. Seit Juli produzieren die Autohersteller wieder mehr, und auch unsere Umsätze steigen. In den vergangenen drei Monaten haben wir wieder 4000 Mitarbeiter eingestellt.

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Die Autobranche hofft auf eine Erholung. Wie sehr hilft Ihnen das, wie stark steigt Ihr Umsatz 2010?

Im laufenden Jahr wird der Umsatz bei 2,1 bis 2,2 Milliarden Euro liegen. Für das kommende Jahr erwarten wir zehn Prozent Wachstum.

Könnte das Plus, nach dem Einbruch um ein Viertel im Vergleich zu 2008, nicht noch größer werden?

Zehn Prozent Umsatzwachstum im kommenden Jahr sind das Mindestziel. Das entspricht 2,3 Milliarden Euro Umsatz. Wenn es gut läuft, ist durchaus mehr möglich. Pro 100 Millionen Euro zusätzlichem Umsatz verdienen wir 25 Millionen Euro mehr vor Steuern und Zinsen.

Wann werden Sie den Umsatzeinbruch von 2008 wettgemacht haben?

Das wird sicher bis 2012 dauern. Anders als bei den Autoherstellern gibt es im Kabelgeschäft in Europa aber keine Überkapazitäten. Wir haben uns angepasst.

Luxushersteller wie BMW und Daimler erwarten eine leichte Erholung, aber Massenhersteller fürchten den Wegfall der Abwrackprämie.

Wir haben von der Abwrackprämie kaum profitiert, sie brachte nur zwei bis drei Prozent unseres Umsatzes. Deshalb droht uns nun keine starke Belastung. Wir beliefern hierzulande sehr stark das Premiumsegment, hier erwarten wir kräftige Impulse durch die Erholung.

Mehr Umsatz, weniger Kosten: Wie stark steigt Ihr Ergebnis?

Vor zwei Monaten haben wir die Schwelle, ab der wir vor Steuern und Zinsen Gewinn machen, auf 2,1 Milliarden Euro gesenkt. Im kommenden Jahr wird diese Gewinnschwelle sogar leicht darunter liegen, und wir werden ein ausgeglichenes Jahresergebnis schaffen. Falls der Umsatz um mehr als zehn Prozent steigt, wird das Nettoergebnis deutlich positiv. Gegenläufig wirken allerdings die von Kunden geforderten Preissenkungen.

Sie haben angekündigt, ein Werk in Westeuropa zu schließen. Haben Sie schon entschieden, wen es treffen wird?

Wir schließen das relativ große Werk Viana in Portugal mit 600 Mitarbeitern. Die Schließung dauert bis Ende 2010. Danach sparen wir 10 bis 15 Millionen Euro pro Jahr. Zunächst haben wir aber rund 20 Millionen Euro Kosten für Sozialpläne und Umorganisation, die das Ergebnis im vierten Quartal belasten werden.

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