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Bankenaufsicht: BaFin sieht Höhepunkt der Finanzkrise noch nicht erreicht

von ant / rtr / AP

Nach Einschätzung der deutschen Bankenaufsicht steht den Banken mit toxischen Wertpapierbeständen von 200 Milliarden Euro eine neue Abwertungsrunde bevor. Er forderte die Banken auf, ihr Eigenkapital zu stärken und die Bad Bank zu nutzen.

Jochen Sanio, der Präsident Quelle: dpa
Jochen Sanio, der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) Quelle: dpa

Es sei „ziemlich sicher, dass unsere Banken in ein paar Monaten die volle Wucht der schärfsten aller bisherigen Rezessionen in ihren Kreditportfolien spüren werden“, sagte Jochen Sanio, Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), heute in Bonn. Ein schneller Wiederaufstieg der Wirtschaft sei „mehr als unwahrscheinlich“, sagte Sanio.

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Er mahnte deshalb die Banken, „mit der größtmöglichen Eigenkapitalstärke in die kommende schwierige Wirtschaftsphase“ zu gehen. Dazu sollten sie schnell von den Möglichkeiten Gebrauch machen, ihre Schrottpapiere in die beschlossenen Bad Banks auszulagern. „Niemand braucht sich dafür zu schämen, handelt es sich doch um ein legitimes Mittel der Schadensbegrenzung“, sagte Sanio.

Befreiungsschlag Bad Bank

Die Banken sollten nicht darauf warten, dass die BaFin sie auf den Weg zur Giftmüll-Abladestation zwingt. Die Bad Bank, wie sie auch ausgestaltet sei, sei ein „Befreiungsschlag“ für die Institute. Denn sonst drohten ihnen angesichts des darniederliegenden Häusermarktes und möglicher drastischer Herabstufungen solcher Papiere durch die Rating-Agenturen erneut ernsthafte Probleme mit dem Eigenkapital. Davon brauchten sie aber so viel wie nur möglich, um durch die Rezession zu kommen. „Eine neue Runde von Downgradings ist vor einigen Monaten angelaufen, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie auch die letzten Banken erreicht“, sagte Sanio. Er sprach sich aber gegen eine gesetzliche Verpflichtung der Banken aus, die staatliche Giftmülldeponie zu nutzen. „Ich kann mir kaum vorstellen, dass eine Bank, die ein Problem mit strukturierten Papieren hat, die Chance zu dessen Lösung nicht annimmt.“ Bisher haben nur wenige Banken angekündigt, die Bad Bank zu nutzen. Sie dürften aber nicht warten, bis die BaFin sie dazu zwinge, warnte Sanio.

200 Milliarden Euro an faulen Papieren in Büchern

Deutsche Banken haben nach einer Schätzung der BaFin rund 200 Milliarden Euro an ausfallgefährdeten Wertpapieren in ihren Büchern. Der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Jochen Sanio, sagte, die aus einem Papier des Amtes an die Öffentlichkeit gelangte Summe von mehr als 800 Milliarden Euro sei missverstanden worden. Darin seien auch „überflüssige Assets“ genannt worden, die etwa Landesbanken aus ihren Bilanzen ausgliedern wollten. „Die Zahl der toxischen Assets ist nur ein Bruchteil davon, nämlich rund 200 Milliarden“, sagte Sanio. Die Zahlen in dem Papier seien zudem Ergebnis einer „überschlägigen Aufaddition“.

Auf Seite 2: Die BaFin muss die Bankenaufsicht vorübergehend einschränken

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8 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 27.05.2009, 16:22 UhrAnonymer Benutzer: Peter G.

    @Werner

    "Welche Aufgabe kann die bafin haben, wenn nicht die, einer solchen Krise vorzubeugen? Anders ausgedrückt: wenn die wichtigste aller Aufgaben nicht wahrgenommen wurde - welche Existenzberechtigung hat diese behörde dann?"

    Diese Frage stellt sich mir auch schon die ganze Zeit. in was für einem Land lebe ich, in dem jeder der falsch parkt wie ein Verbrecher behandelt wird und ansonsten der bankraub durch die bankangestellten selbst durchgeführt wird, ohne das die Justiz einschreitet. Zum Schluss war es keiner gewesen und die ganze Welt hilft mit Steuergeldern derjenigen die nicht spekuliert haben.
    "Money for nothing, chicks for free?

    "Die Vermögensblase, das sind jene um die Welt vagabundierenden billionen Dollar, die nicht mehr in die warenproduzierende Wirtschaft investiert werden, in Fabriken und Maschinen, weil dort die Renditen geringer sind sind als auf den Finanzmärkten..
    Das globale Finanzvermögen lag 1980 bei 12 billionen Dollar und hat sich bis 2007 auf 196 billionen vervielfacht.
    Die Finanzvermögen sind in den vergangenen 25 Jahren dreimal so stark gestiegen wie die Weltproduktion, die Vermögensansprüche der Geldbesitzer sind inzwischen viermal größer als die jährliche Wirtschaftsleistung"
    Quelle: Der Spiegel NR.20

    Wer schliesst eigentlich die Lücke?

  • 20.05.2009, 19:02 UhrAnonymer Benutzer: Werner

    Welche Aufgabe kann die bafin haben, wenn nicht die, einer solchen Krise vorzubeugen? Anders ausgedrückt: wenn die wichtigste aller Aufgaben nicht wahrgenommen wurde - welche Existenzberechtigung hat diese behörde dann?
    Das Geschwür der öffentlichen Verwaltung wuchert in allen bereichen und lebt ihre Regulierungs- und Gängelungswut ungebremst aus.
    Niemand benötigt Staatsbanken - zuallerletzt der Steuerzahler, der hohe zweistellige Milliardenbeträge für die Unfähigkeit von Polit-bankern berappen muss. Eine Finanzaufsicht hingegen würde wohl benötigt. Allerdings sollte statt lautem Ruf nach strengeren Gesetzen die bafin von Kompetenz anstelle Politk geführt werden. Wie auch die KfW leidet die bafin unter einer politik- anstatt kompetenzorientierten besetzung und Ausrichtung. Hier ist anzusetzen.

  • 20.05.2009, 06:21 UhrAnonymer Benutzer: clemens

    Herr Sanio denkt als „gewissenhafter“ beamter nur bis zum Wahltag.
    Ende 2010 werden es 2000Milliarden sein
    bei der Abrechnung der „bad banken“ in 20 Jahren werden unterm Strich
    30billionen zu lasten der Steuerzahler stehen.
    Cirka 2015 werden wir eine Währungsreform habe. +/- 1Jahr

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