Bankenbranche: Zwischenhoch in der Krise

Bankenbranche: Zwischenhoch in der Krise

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Goldman Sachs Vorstandschef Lloyd Blankfein präsentierte überraschend hohe Gewinne und will die Milliardenhilfen vom Staat zurückzahlen

Die US-Bank Goldman Sachs hat mit einem überraschend hohen Milliardengewinn der Finanzbranche einen positiven Auftakt der Bilanzsaison beschert. Nach fast zwei Jahren Krise hoffen Anleger nun auf den Beginn einer Erholung. Analysten bleiben dagegen skeptisch.

Der Überschuss von Goldman Sachs kletterte im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent auf fast 1,7 Milliarden Dollar (1,3 Mrd. Euro). Goldman Sachs musste zwar erneut Milliardenabschreibungen etwa für faule Kreditpapiere vornehmen. Der Gewinn fiel dennoch weit höher aus als von Experten erwartet.

Dezember mit hohem Verlust

Allerdings gab sie zugleich einen Verlust von einer Milliarde Dollar für den Dezember 2008 bekannt. Der Monat ist aufgrund einer Umstellung des Bilanzierungszeitraums weder in den Zahlen zum vierten Quartal 2008 noch in denen zum ersten Quartal 2009 enthalten. Analysten äußerten sich dennoch überwiegend erfreut über die Geschäftszahlen. „Das ist ein weiteres Zeichen dafür, dass der Finanzsektor das Schlimmste hinter sich hat“, sagte etwa Keith Wirtz von Fifth Third Asset Management. Michael James von Wedbush Morgan verwies allerdings darauf, dass Goldman keinen Ausblick für die kommenden Monate vorlegte.

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„Der Dezember bietet ein ganz seltene Möglichkeit sowohl für Goldman Sachs als auch für Morgan Stanley“, sagt der Analyst Brad Hintz von Sanford Bernstein. „Ein einzelner Monat, ohne jede Möglichkeit zum Vergleich mit irgendeinem anderen Monat - niemand von uns wird jemals wissen, was sie alles in diesen Monat hineingepackt haben. Das ist eine Sache, von der jeder Finanzchef träumt.“

Fünf Milliarden neue Dollar

Im letzten Geschäftsquartal 2008 hatte das Institut noch den ersten Milliardenverlust seit dem Börsengang vor zehn Jahren erlitten. Goldman-Finanzchef David Viniar wollte trotz der guten Zahlen noch keine Entwarnung in der Finanzkrise geben. Die Bank schätze die kurzfristigen Aussichten weiter zurückhaltend ein, sagte er in New York. „Es ist immer noch ein gefährliches Umfeld.“

Durch Ausgabe neuer Aktien will sich Goldman Sachs fünf Milliarden Dollar frisches Kapital verschaffen. Mit diesem und weiterem Geld sollen die im Herbst erhaltenen Staatshilfen von zehn Milliarden Dollar voll zurückgezahlt werden. Goldman stören die mit den Hilfen verbundenen Zinslasten und der Einfluss der Regierung etwa bei den Managergehältern.

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