
LAS VEGAS. Beide Lager, Blue-ray von Sony und HD DVD von Toshiba, haben gut 18 Monate nach der spektakulären Markteinführung ihrer jeweiligen Technik zusammen rund eine Million Geräte verkaufen können. Dabei kamen nach Angaben von Adams Media Research AMR aus Carmel, Kalifornien, etwa 578 000 Geräte aus dem HD DVD Lager, 370 000 Geräte waren mit der Blue-ray Technik bestückt. Die Forscher beobachten die Märkte in Japan, den USA und Europa.
Das sind ernüchternde Zahlen, die deutlich belegen, dass es derzeit keinen eindeutigen Gewinner gibt, obwohl sich beide Gruppen immer wieder selbst zu Sieger erklärten. Nach den Regeln des Marktes könnte die Gruppe am Ende die Nase vorne haben, die ein deutlich größeres Angebot an Inhalten, in diesem Fall in erster Linie an Spielfilmen auf den Markt bringen kann.
Dies war zumindest bei Kampf der Videobänder VHS gegen Betamax der Fall, den VHS damals rasch für sich entscheiden konnte. Im jüngsten Kampf der Formate auf Silberscheiben dagegen liegen die Angebote beider Gruppen derzeit noch bei etwa 400 Filmen. Eine bescheidene Zahl angesichts des schier unüberschaubaren Angebots von etwa 90 000 Einheiten, die insgesamt von der Filmindustrie zur Verfügung gestellt werden könnten.
Dabei arbeiten die bei uns bekannten Hollywoodstudios Columbia, Disney, Fox, Miramax und Sony mit Blue-ray. In HD DVD liefern Dreamworks, Paramount, Universal und einige kleiner TV-Studios. Auch Microsoft hat sich für dieses Lager und gegen den Konsole-Rivalen Sony entschieden. Nur die Warner Brother Studios liefern ihre Filme in beiden Formaten aus.
Neben dem ausgeglichenen Angebot scheint ein weiteres Problem den Durchbruch auf dem Massenmarkt zu erschweren. Die potentielle Gruppe von Käufern, für die eine deutlich bessere Bildqualität wirklich interessant wäre, ist schlicht zu klein. Nach Angaben der Marktforscher der NPD Group aus Port Washington um US-Bundesstaat New York, haben in den USA derzeit nur etwa 11 Prozent aller Besitzer von hochauflösenden TV-Geräten Interesse daran, einen Blue-ray oder HD DVD Player zu kaufen. Die Mehrheit möglicher Käufer ist mit dem bisherigen DVD-Format zufrieden.
Der Grund dafür liegt in erster Linie daran, dass die Qualitätsunterschiede nur bei Geräten ab einem Durchmesser von 40 Zoll (101,6 cm) und mit dem so genannten Full HDTV Format 1080p (1920 horizontale Bildpunkt / 1080 Zeilen vertikal) sichtbar werden. Viele in den vergangenen zwei Jahren verkauften Flachbildschirm-TVs sind nur HD ready und arbeiten mit dem Zeilenformat 720p (1280 horizontale Bildpunkt / 720 Zeilen vertikal).
Gut möglich also, dass das Patt der beiden neuen Superformate noch ein Weilchen andauert. Nämlich so lange, wie beide ausschließlich dem Luxussegment zugeordnet werden und keinen Durchbruch am Massenmarkt erzielen. » Mehr Infos über die CES in Las Vegas







