Börse: Ben Bernanke treibt den DAX

Börse: Ben Bernanke treibt den DAX

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US-Notenbankchef Ben Bernanke

von Stefan Hajek

Der Dax kann seine morgendlichen Verluste bis zum Mittag ausgleichen. Mittelfristig treiben neue Ankündigungen der US-Notenbank (Fed) die Kurse der Aktien weltweit. Demnach dürfte Fed-Chef Ben Bernanke schon bald weiteres Geld drucken.

Die Notenbanken bestimmen nach wie vor das Geschehen an den weltweiten Aktienmärkten. Vor allem die extrem lockere Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) treibt viele Anleger weiterhin in Aktien. Seit Beginn der Finanz- und Wirtschaftkrise hatte Amerikas Zentralbank bereits Anleihen im Gegenwert von rund 1800 Milliarden Dollar gekauft: Diese Anleihekäufe, Quantitative Easing genannt, gelten als "Gelddrucken", da die Notenbank den abgebenden Banken im Gegenzug frisches Geld im Nennwert der unverkäuflich gewordenen Anleihen zur Verfügung stellt. 

Am 3. November kündigte die Fed neue Anleihe-Käufe über 600 Milliarden Dollar an und befeuerte damit weltweit die Kapitalmärkte, vor allem den Goldpreis, aber auch die Aktienmärkte. Nun legte Fed-Chef Ben Bernanke nach. Während sich die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt vergangenen Donnerstag die Möglichkeit solcher Anleihekäufe vorerst noch offen ließ und trotz der Schuldenkrise in Südeuropa und Irland vorerst keine neuen Großporgramme jenseits der bereits laufenden Maßnahmen angehen will, scheint die US-Notenbank wild entschlossen, mit einer historisch beispiellosen Geldflut der Krise Herr zu werden und die Konjunktur in Gang zu setzen.

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Am Wochenende stellte Fed-Chef Bernanke gar eine dritte Runde weiterer Anleihe-Käufe in Aussicht, falls die hartnäckige Arbeitslosigkeit in den USA nicht wie erhofft zurückgehen sollte.

Aktien gelten als dreifache Profiteure der aktuellen Geldpolitik: Zum einen profitieren sie als Sachwerte von den nach wie vor starken Inflationssorgen vieler Anleger, die aus festverzinslichen Wertpapieren mit langen Laufzeiten flüchten oder frei gewordene Mittel lieber am Aktienmarkt investieren. Ohnehin nutzt ihnen, wie allen Anlageklassen, die von den Notenbanken geschaffene Liquidität. Und schließlich profitieren viele Unternehmen davon, dass die Notenbanken unablässlich die Konjunktur mit frischem Geld ankurbeln.

Ben Bernanke steht an der Druckerpresse

Es ist zu erwarten, dass die expansive Geldpolitik der wichtigsten Notenbanken, vor allem der Fed, noch eine Weile anhalten und die Börsen befeuern wird. Seit der Ankündigung vom 3. November sind die Kapitalmarktzinsen gefallen und die Inflationserwartungen der Anleger weiter gestiegen, der so genannte Realzins (Zinsen abzüglich der Inflationsrate) ist zurückgegangen. Die niedrigen nominalen und realen Zinsen (je nachdem, welche Laufzeit und welchen Inflationsindikator man heranzieht, ist der Realzins sogar schon leicht negativ) stiemulieren die Nachfrage. Die niedrigen Renditen am Rentenmarkt sorgen für weitere Umschichtungen in den Aktienmarkt. Obwohl alle Welt von einer deutlichen Abschwächung der Konjuntur im nächsten Jahr ausgeht, konnte sich der Dax von seiner letzten Korrekur Ende November schnell erholen und nimmt nun Kurs auf 7000 Punkte.

Schwacher Dollar hilft Exportwerten im Dax

Auch der niedrige Dollarkurs, der unter den quantitativen Lockerungen Bernankes (Dollars drucken) leidet, hilft den im Durchschnitt exportstarken deutschen Werten im Dax. So legten die meisten Unternehmen im abgelaufenen dritten Quartal gute, teils hervorragende Zahlen vor. Mit dem Stahlkonzern ThyssenKrupp hat vergangene Woche der letzte der 30 Dax-Konzerne Zahlen vorlegegt; die Aktie profitierte auch am Montag noch von daraufhin positiven Analystenkommentaren. Auch BMW, VW und Daimler glänzten mit guten Zahlen.

Die Gesamtkostellation ist also insgesamt für Aktien (noch) positiv.

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