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Börse : Dax-Rally mit Rückschlagpotenzial

von Stefan Hajek und Mark Böschen (Frankfurt)

Allen Konjunktursorgen zum Trotz ist der Dax auf ein Jahreshoch geklettert. Was die aktuelle Rally antreibt und was den Aufschwung von Herbst an gefährden könnte.

In welche Richtung wird sich der Dax entwickeln? Quelle: Thomas Fuchs
In welche Richtung wird sich der Dax entwickeln? Quelle: Thomas Fuchs

Für die Deutsche Bank war der vergangene Dienstag einer der teuersten Tage ihrer Geschichte: Nachdem das Dax-Schwergewicht gegen 7.20 Uhr seinen Halbjahresbericht verschickt hatte, brach die Aktie zum Handelsstart in Frankfurt ein. Bei Börsenschluss hatte die Großbank rund 3,5 Milliarden Euro an Börsenwert verloren. Das verlorene Kapital hätte ausgereicht, um einen großen Teil der Aktien der Deutschen Postbank zu bezahlen, die von der Deutschen Bank aufgekauft werden soll.

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Vor der Finanzkrise wäre ein Kurseinbruch von elf Prozent bei einem Dax-Schwergewicht eine Sensation gewesen. Heute – immerhin schon zwei Jahre nach Beginn der Krise – passieren solche Kursmassaker immer noch im Wochentakt. Nur drei Tage vor dem Frankfurter Bankhaus straften die Anleger den Darmstädter Pharma- und Flüssigkristallhersteller Merck ab, die Aktie verlor 15 Prozent innerhalb eines Tages.

Hoffnungen sind wieder gewachsen

Dabei hatte Merck ebenso wie die Deutsche Bank im ersten Halbjahr kräftig Geld verdient. Aber nicht genug: Die offenbar zu hohen Erwartungen der Anleger erfüllten beide Unternehmen nicht. Und da gibt es an der Börse eben keine Gnade.

Denn seit dem Frühjahr sind mit den Kursen auch die Hoffnungen wieder stark gewachsen. Die Deutsche Bank etwa hatte bis zu jenem Tiefschlag ihren Kurs von 17 Euro auf 52 Euro verdreifacht. Auch nach dem Kursrutsch vom Dienstag steht bei Anlegern, die Ende Februar zugegriffen hatten, immer noch ein Kursplus von 270 Prozent. Keine schlechte Rendite. Wer jedoch schon seit Jahren auf Deutsche-Bank-Papiere setzt, liegt heute – je nach Einstiegszeitpunkt – über 50 Prozent im Minus.

Mitten in der Sommer-Rally

Alles eine Frage der Betrachtung also: Bleibt das Glas nun halb leer oder füllt es sich langsam wieder? Ist das Schlimmste an der Börse schon vorüber – oder droht demnächst ein neuer Crash? Auch wenn es wie zuletzt immer wieder mal Tage mit herben Rücksetzern gibt – die Rally an der Börse läuft. „Solche Rückschläge sind für eine längere Hausse typische Gewinnmitnahmen, nachdem die Papiere zuvor vier, fünf Tage in Folge gestiegen waren“, sagt Alexander Seibold, Chef der Vermögensverwaltung Dr. Seibold Kapital aus Gmund. „Die Frage ist nicht, ob es 2009 eine Sommer-Rally gibt – wir sind schon mitten drin.“ Seit dem Fünfjahrestief von 3666 Punkten am 6. März ist der Dax um mehr als 40 Prozent gestiegen und hat die 5.000-Punkte-Marke nach mehreren Anläufen nun hinter sich gelassen.

12 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 12.08.2009, 19:31 UhrAnonymer Benutzer: Mark Böschen

    Sehr geehrter Herr Abler, natürlich hat ein Unternehmen nicht mehr Kapital zur Verfügung, wenn der börsenkurs steigt. in dem Artikel, der ja hier nachzulesen ist, wird ausdrücklich geschrieben, dass es sich um den börsenwert handelt. Daher glaube ich nicht, dass die Leser das falsch verstehen. Sie haben das ja auch nicht getan und könnten anderen ruhig etwas mehr Grundverständnis zutrauen. Wenn jemand gegen Windmühlen kämpft, haben ja nicht unbedingt die Windmühlen Schuld.

  • 12.08.2009, 19:20 UhrAnonymer Benutzer: Michael Abler

    Sehr geehrter Her böschen,
    in dem Artikel Kaptial mit Marktkapitalisierung gleichgesetzt. Das ist schlichtweg falsch. Aus dem zuletzt festgesetzten Kurs auf einen späteren möglichen Verkaufswert zu schliessen ist Hypothese. im Artikel selbst wird doch von hohen Volatilitäten gesprochen.
    in den "Fachpresse" wird immer wieder fälschlicherweise die börse als grosser Sack voll Geld/Kapital dargestellt der sich anscheinend aus dem börsenwert der einzelnen Unternehmen ergibt. Da anscheinend der Masse der Wirtschaftsjournalisten der grundsätzliche Fehler in diesem Denken nicht bewusst ist, formuliere ich dies daher gerne auch im Einzelfall gerechtfertigt als pauschale Kritik. Aber ich gebe zu es ist ein Kampf gegen Windmühlen.

  • 12.08.2009, 16:06 UhrAnonymer Benutzer: Mark Böschen

    Hallo Herr Abler, der Aktienkurs eines Unternehmens entscheidet schon darüber, zu welchen bedingungen später Kapital an der börse aufgenommen werden kann - zum beispiel, um Übernahmen zu finanzieren. Das ist ein ganz einfacher Zusammenhang und kein Grund für eine pauschale Medienschelte.

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