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Börse Frankfurt: Dax springt hin und her

Quelle: Handelsblatt Online

Der Dax legte am Mittwoch eine Achterbahnfahrt hin. Der Start verlief gut, der Ifo-Index sorgte für gute Laune. Doch nachdem die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit Portugals herabstufte, drehte der Index ins Minus. Erst im späten Handel setzten sich wieder die Bullen durch. Einige Einzelwerte verzeichneten sogar ein deutliches Plus.

Die Portugal-Abstufung drückte den Dax zeitweise unter 6000 Punkte. Am Ende erholte sich der Index wieder. Quelle: ap
Die Portugal-Abstufung drückte den Dax zeitweise unter 6000 Punkte. Am Ende erholte sich der Index wieder. Quelle: ap

HB FRANKFURT. Der Dax kämpfte am Mittwoch wie an den Vortagen mit der Marke von 6 000 Punkten. Im Handelsverlauf schwankte der Index innerhalb einer Spanne von 80 Punkten, zum Schluss notierte er 0,3 Prozent im Plus bei 6 033 Zählern. Während eine unerwartet deutliche Aufhellung des Geschäftsklimas in Deutschland den Markt stützte, verunsicherte der anhaltende Streit um Hilfen für Griechenland und die Herabstufung der Kreditwürdigkeit Portugals die Anleger.

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Das Handelsvolumen im Dax stieg auf 134,2 (Dienstag: 106,7) Millionen Aktien, der Umsatz legte auf 3,34 (2,98) Milliarden Euro zu.

Die US-Börsen wurden von schwachen Daten vom amerikanischen Immobilienmarkt gebremst und lagen bei Handelsschluss in Deutschland leicht im Minus. Der Dow-Jones-Index notierte 0,2 Prozent tiefer bei 10 865 Stellen, der S&P500 gab 0,3 Prozent auf 1 170 Punkte nach. Der Nasdaq-Composite lag mit 2 403 Zählern 0,5 Prozent tiefer.

In der deutschen Wirtschaft machten sich im März Frühlingsgefühle breit, wie der an den Märkten stark beachtete Konjunkturindex des Münchener Ifo-Instituts signalisierte. Der Geschäftsklimaindex stieg mit 98,1 Punkten auf den höchsten Stand seit Juni 2008 und damit stärker als von Volkswirten erwartet worden war. "Insgesamt zeigt sich, dass die konjunkturelle Erholung in Deutschland und der Euro-Zone fortschreitet", sagte Helaba-Analystin Viola Stork.

Einen Tag vor Beginn des EU-Gipfels zeichnete sich Börsianern zufolge eine stärkere Rolle des Internationalen Währungsfonds (IWF) bei Hilfen für Griechenland ab. "Dies hieße, dass die europäische Politik mit ihrer Uneinigkeit die Probleme nicht lösen kann. Die Märkte werten dies als Zeichen der Schwäche, was sich vor allem beim Euro widerspiegelt", sagte Aktienhändler Ansgar Krekeler von der WGZ Bank.

Der Euro fiel auf bis zu 1,3341 Dollar und damit den tiefsten Stand seit Mai 2009. "Der Euro wird im Moment nicht als Indikator für bessere Exportchancen, sondern als Gradmesser für die Griechenland-Krise wahrgenommen", sagte ein weiterer Händler. Die Herabstufung der Bonität Portugals auf "AA-" durch die Ratingagentur Fitch drückte den Dax kurzzeitig auf 5 964 Zähler herunter. Analysten zufolge kam die Nachricht aber nicht überraschend und sollte auch nicht überbewertet werden, da das Land in diesem Jahr nur einen geringen Refinanzierungsbedarf habe.

Im Dax ragten die Aktien der Deutschen Börse mit einem Plus von 4,6 Prozent heraus. Der Frankfurter Börsenbetreiber überzeugte Händlern zufolge mit seinem neuen Sparprogramm, das die Verlagerung von 250 Stellen von Frankfurt und Luxemburg nach Prag beinhaltet. Experten bekräftigten ihre Kaufempfehlungen und hoben ihr Kursziel auf über 70 Euro an.

Zu den größten Dax-Gewinnern gehörten mit einem Plus von 5,8 Prozent auch die Aktien von Infineon. Der Chiphersteller sieht sich derzeit mit einer so starken Nachfrage konfrontiert, dass die Produktion kaum Schritt halten kann.

Commerzbank-Titel stiegen um 2,8 Prozent. Das zweitgrößte deutsche Geldhaus hatte für das ablaufende Quartal einen Vorsteuergewinn in Aussicht gestellt. Zu den Gewinnern zählten mit einem Plus von 1,5 Prozent K+S, nachdem sich das Management des Salz- und Düngemittelherstellers zuversichtlicher als zuletzt gezeigt hatte. Im Mai will der Konzern eine Anhebung seiner Absatzprognose prüfen.

Dax-Schlusslicht waren mit einem Minus von 2,2 Prozent die an den Vortagen stark gefragten Henkel-Papiere.

Bei den Technologie-Werten im TecDax sorgten Q-Cells mit einem Plus von 5,5 Prozent für Furore. Der hoch defizitäre Solarzellenhersteller erwartet für das laufende Jahr wieder eine deutliche Geschäftserholung.

Dagegen enttäuschte Kontron mit seinem Ausblick Analysten, die Aktien des Herstellers von Steuerungscomputern gaben fast vier Prozent nach. "2010 wird noch kein gutes Jahr", sagte Vorstandschef Ulrich Gehrmann in einem Interview.

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