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Börse Frankfurt: "Der nächste Schlag" - Dax schließt im Minus

Quelle: Handelsblatt Online

Der deutsche Aktienmarkt verliert weiter an Boden. Sorgen um die Finanzkraft Spaniens belasten die Börse. Die Ratingagentur Standard & Poors senkt den Ausblick für die Südeuropäer. An den internationalen Finanzmärkten wächst die Verunsicherung.

Quelle: handelsblatt.com
Quelle: handelsblatt.com

HB FRANKFURT. Nach dem skeptischen Ausblick der Ratingagentur Standard & Poor's für Spanien haben viele Anleger am Mittwoch den europäischen Aktienmärkten den Rücken gekehrt. Der Dax fiel um 0,7 Prozent auf 5647 Punkte. Der EuroStoxx50 und der Stoxx50 verloren je rund ein Prozent. Wesentlich härter traf es die Börsen in Madrid und Athen: Der spanische Standardwerte-Index Ibex fiel um 2,3 Prozent, der griechische ATG sogar um 3,4 Prozent. Auch in Dubai ging es weiter dramatisch bergab mit den Kursen.

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"Die Investoren realisieren, dass etwas grundsätzlich nicht in Ordnung ist", kommentierte Matthias Jasper, Leiter des Aktienhandels bei der WGZ, die Reaktion der Märkte auf die Senkung des Ausblicks von S&P für Spanien. "Nach Griechenland ist das der nächste schwere Schlag", sagte Jasper, der einen Dominoeffekt fürchtet.

Auch andere Börsianer mutmaßen, dass weitere Rückstufungen folgen werden. "Auch Irland und Portugal sind Wackelkandidaten", sagte ein Händler. "Und um Italien steht es auch nicht besonders gut." Erst am Dienstag hatte Fitch die Kreditwürdigkeit Griechenlands heruntergestuft. Zudem schwelen weiter die Ängste vor neuen Problemen in Dubai. Ein Milliardenverlust des Immobilienentwickler Nakheel - er ist der staatliche Bauherr der berühmten Palmeninsel - sorgte an der Börse des arabischen Golfstaates für Panik. Der Börsenindex brach um über sechs Prozent ein.

Vor diesem Hintergrund schwinden nach Einschätzung vieler Börsianer die Chancen für eine kurzfristige Hausse zum Jahresausklang. "Eine Jahresendrally können wir uns jetzt wohl abschminken", sagte ein Börsianer. Andere wollen sie aber nicht ganz ausschließen. Schließlich könnte bis Weihnachten noch viel passieren. "Und bei den dünnen Umsätzen kann das sehr schnell gehen - auch nach oben", sagte ein Händler.

Sowohl in Dubai als auch in Athen sorgte die Herabstufung einzelner Banken für zusätzliche Unruhe. In Athen brach der Banken-Branchenindex um 5,7 Prozent ein. In Madrid ging es nach der Ankündigung von S&P denn auch vor allem mit den Bankenwerten abwärts. Banco Santander und BBVA fielen um je 3,7 Prozent. Im übrigen Europa konnten sich die Bankenwerte dem Trend kaum entziehen. In Frankfurt büßten Deutsche Bank 1,7 Prozent und Commerzbank - die Titel waren das Schlusslicht im Dax - 2,3 Prozent ein, während in Amsterdam ING 5,4 Prozent verloren. In London fielen Barclays um 3,3 Prozent, während HSBC sich mit einem leichten Plus von 0,6 Prozent behaupteten.

Für Gesprächstoff sorgte daneben VW. Analysten waren voll des Lobes für die geplante Allianz der Wolfsburger mit Suzuki. Während VW auf Mittelklasseautos spezialisiert sei, liege der Fokus bei Suzuki eher auf Kleinwagen, hieß es. Auch geographisch ergänzten sich die beiden Hersteller, die künftig dem Weltmarktführer Toyota auf die Pelle rücken dürften. Die VW-Stämme stiegen um 0,7 Prozent auf 79,44 Euro. Auf die übrigen Autobauer färbte die positive Stimmung nicht ab: Daimler und BMW verloren je etwa 1,5 Prozent, Renault und Peugeot sogar bis zu 2,4 Prozent. Fiat sanken um 0,7 Prozent.

Größter Dax-Gewinner waren BASF mit einem Plus von einem Prozent. Bayer folgten hinter VW mit plus 0,7 Prozent. Im MDax führten Stada die Gewinnerliste an. Händler sprachen von charttechnischen Kaufsignalen und vager Übernahmephantasie, die die Aktien des Arzneimittelherstellers um 5,2 Prozent auf 25,91 Euro hievten.

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