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Börse: Ist Dubai wie einst Lehman Brothers?

Dubais staatliche Immobilien-Holding will Schulden nicht pünktlich zahlen. Die Staatspleite droht. Verursachen die Scheichs einen Kurseinbruch wie beim Lehman-Kollaps?

Es kommentiert WirtschaftsWoche-Redakteur Mark Böschen
Es kommentiert WirtschaftsWoche-Redakteur Mark Böschen

Wie ein Schlag ins Gesicht trifft die Hitze den Reisenden, der in Dubai aus der klimatisierten Flugzeugkabine tritt. Wie ein Schlag ins Gesicht wirkte auch die Nachricht aus dem Emirat, dass die staatliche Holding Dubai World ihre Milliardenschulden nicht pünktlich zurückzahlen will, sondern Aufschub bis Mai verlangt. Dieser Schlag traf die Investoren: Der Dax brach am Donnerstag um 3,3 Prozent ein, das war der größte Verlust an einem Tag seit vier Monaten.

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Grund für den Kursrutsch ist die Angst vor dem Staatsbankrott. Die Prämie, die Investoren zahlen, um sich gegen einen Zahlungsausfall von Dubai-Staatsanleihen zu versichern, stieg innerhalb von zwei Tagen um 58 Prozent.

Scheich Lehman

Selbst wenn der Staat seine Anleihen zahlt, aber staatsnahe Unternehmen fallen lässt, käme das deutsche Banken teuer: Sie haben elf Milliarden Dollar Kredit in die Vereinigten Arabischen Emirate gepumpt, zu denen Dubai gehört. Europäische Banken sind nach Zahlen des Bankenaufsehers BIZ mit insgesamt 93 Milliarden Dollar dort engagiert.

Verluste sind jetzt wahrscheinlich. Denn falls Dubai die Gläubiger der Staatsholding zwingt, die Konditionen von Anleihen zu verändern, werten Ratingagenturen das als Zahlungsausfall. Die einzig rationale Erklärung dafür, dass sich Dubai diese Blöße gibt: Die Situation am Golf ist weitaus angespannter als bisher vermutet.

Zwar gibt es noch die Hoffnung, dass Dubai World einlenkt. Dann wäre die Schocknachricht nur ein Signal an die Investoren. Oder eine Warnung des ölreichen Nachbar-Emirats Abu Dhabi an das eher klamme Dubai, es nicht zu übertreiben. Doch es sei nur schwer vorstellbar, dass die Emirate ihren Ruf in der Finanzwelt „derart unbedacht riskieren und schwer beschädigen“, sagt Torsten Hähn, Analyst der WGZ Bank.

Dass Dubai das Geld ausgeht, überrascht nicht. Bereits im Februar bewerteten die Märkte seine Bonität als so schlecht wie die von Island. Doch bisher gingen die meisten Anleger davon aus, dass Abu Dhabi das Nachbar-Emirat und seine Unternehmen stützt.

Schwellenländer-Rally gebremst

Der Dubai-Schock wird den Ansturm von Investoren auf Aktien und Anleihen aus Schwellenländern bremsen. Die Kurse der Schwellenländer-Anleihen sind seit März um ein Drittel gestiegen, Schwellenländer-Aktien haben ihre Kurse seither sogar verdoppelt. Doch der Rally geht die Puste aus: Im November waren die Geldströme in Wachstumsmärkte so gering wie seit April nicht mehr.

Der Finanz-Schock in der Wüste ist ein Weckruf für Anleger: Es ist an der Zeit, die riskanten Positionen im Depot zu reduzieren.

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7 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 01.12.2009, 19:57 UhrAnonymer Benutzer: dosto

    Yep,

    selbst wenn sie aus DER Gasse rauskommen,
    muß immer noch die Geschäfts-idee aufgehen.
    Was nützen Hotels und Hochhäuser etc. wenn man sie nicht
    beseelen kann.
    Man kann auch schuldenfrei -am fehlenden Cash flow und
    den basis Kosten- pleite gehen.

    Schuldenrettung ist das Eine,
    wer rettet das Andere??

  • 01.12.2009, 18:54 UhrAnonymer Benutzer: AJ

    Die Märkte meinen das anscheinend nicht. Die bullen schnaufen weiter ...

  • 01.12.2009, 16:12 UhrAnonymer Benutzer: Steigenberger

    Die verschachtelten halbstaatlichen Dubai-firmen haben laut Moody
    100 Milliarden $ Schulden.
    Man darf getrost 60% davon im immobiliensektor ansetzen wo die glitzernden Grossprojekte Marke Scheich-Größenwahn nun leer oder halbfertig im Wüstensand vergammeln.
    Die Solidität u. auch Fortschrittlichkeit der Projekte ist nun insgesamt in Frage gestellt.
    dubai kann weder die Schulden bedienen, noch aus eigener Kraft die angefangenen Projekte komplettieren.
    Der Wert der Dubai-immobilien ist seit der globalen finanzkrise um 50% gesunken, mit weiter stark fallender Tendent seit der Zahlungsverschiebung in dieser Woche.
    Eins ist sicher der Scheich von Dubai ist illiquide u. wird auch in Zukunft die von seinen Firmen aufgehäuften Schulden nicht abzahlen können.
    Jetzt müssen andere das sinkende Wüstenschiff übernehmen u. mit frischem Geld die Schulden partiell ablösen; Abu Dhabi wird aber als kluger Kaufmann auf eine starke abwertung der Schulden drängen, mein Tip "facevalue ca. 35%" !
    Und für Scheich Mo. aus Dubai gilt der alte boxerspruch: they never come back !

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