Böwe Systec: Japan wird ignoriert

Böwe Systec: Japan wird ignoriert

Harte Zeiten für Aktionäre des Augsburger Herstellers von Briefsortier-, Frankier- und Kuvertieranlagen. Ihre Anteilsscheine verloren seit Anfang 2007 gut 60 Prozent des Wertes.

Harte Zeiten für Aktionäre des Augsburger Herstellers von Briefsortier-, Frankier- und Kuvertieranlagen. Ihre Böwe-Systec-Anteilsscheine verloren seit Anfang 2007 gut 60 Prozent des Wertes. Hohe Verschuldung und Dollar-Verfall setzten der Aktie zu. Die faktische Verlängerung des Briefmonopols der Post führt dazu, dass sich erhoffte Aufträge von Post-Wettbewerbern für Sortieranlagen verschieben. Dass Böwe gerade von der japanischen Telefongesellschaft NTT einen Großauftrag an Land gezogen hat, dem weitere Bestellungen folgen könnten, ließ die Börse weitgehend kalt.

Mit Blick auf den Kursverfall kam vor allem der Kauf der amerikanischen Bell + Howell vor drei Jahren als Bumerang zurück. Die Übernahme trieb die Verschuldung und die Dollar-Abhängigkeit weiter in die Höhe. So liegen die Nettoschulden beim Doppelten der Marktkapitalisierung von aktuell 135 Millionen Euro. Der Dollar-Verfall zwang den Vorstand bereits im Herbst, die ursprüngliche Prognose für 2007 zurückzuschrauben auf das Niveau des Vorjahrs. 2006 verdiente Böwe bei 485 Millionen Euro Umsatz unter dem Strich 19,3 Millionen Euro. Bei der heutigen Bilanzvorlage wird sich zeigen, ob die seither nicht mehr korrigierte Jahresprognose erfüllt wird. Auf dem gedrückten Kursniveau bietet sich ein vorsichtiger Positionsaufbau an. Geht die Aktie in den Ausverkauf über, legen Mutige nach.

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