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Bürosoftware für Existenzgründer: Bücher führen - fast automatisch

von Jörg Stroisch

Für jeden Existenzgründer gibt es die passende Software. Besonders attraktiv sind Programme, die Faktura, Buchhaltung und Kontaktmanagement verbinden. wiwo.de stellt einige Programme vor.

„Entweder alles einzeln oder ein Komplettpaket“ - das war die erste Entscheidung, die Rüdiger van Hal bei der Wahl einer Bürosoftware für sein Unternehmen treffen musste.

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Sein Unternehmen Mediadefine vertreibt ein eigenes Internet-Redaktionssystem mit einer breit gefächerten Kundschaft und vielen unterschiedlichen Angeboten.

Der 33-jährige Wirtschaftswissenschaftler machte sich deshalb bei der Auswahl seiner Bürosoftware viel Mühe, denn neben der Buchhaltung sollte auch gleich das Kontaktmanagement und die Warenwirtschaft abgebildet werden. „Aber ein in allen Bereichen perfektes Programm zu einem günstigen Preis gibt es leider nicht“, resümiert Gründer van Hal.

Sage GS-Auftrag 2009

GS-Auftrag von Sage
GS-Auftrag von Sage

GS-Auftrag von Sage ist im wiwo.de-Vergleich die teuerste Software. Sehr viel Wert legt der Hersteller auf das Design, welches im kühlen Grün und mit einem sehr übersichtlich sortiertem Desktop aufwartet. Allerdings ist die daran anschließende Klickphilosophie gewöhnungsbedürftig. Bei jedem Klick geht sofort ein neues Fenster auf, so dass der anfangs so schön aufgeräumte Desktop schnell mit Fenstern überflutet ist.

Gut testen lässt sich die Software, wenn ein neuer Kunde angelegt wird: Hier zeigt das Programm eine weitere Schwäche. Mindestens drei Klicks sind notwendig, um überhaupt in die Maske zu gelangen. „Abbrechen“ führt hier zu einer Fehlermeldung.

Dafür offenbart das Programm eine hohe Flexibilität in der Anpassung der Felder. So lassen sich zum Beispiel beliebig viele Telefonnummern für einen Kunden anlegen.

Viele Gründer betreiben auch einen Online-Shop. Hier bietet GS-Auftrag eine Schnittstelle zur Verkaufsplattform bei Ebay und zum GS-Shop (rund 500 Euro) für den Online-Verkauf von Produkten.

Amicron Faktura 9.0

Nicht mit stark differenzierten Lizenzmodellen, sondern mit wenigen Preisen und Produkten arbeitet Amicron. Auch hier ist die Anmutung sehr schön und übersichtlich.

Nicht vorteilhaft ist, dass unterschiedliche Programme (Faktura, Mailoffice, Fibu) in unterschiedlichen Fenstern geöffnet sind. Über Schnittstellen ist aber eine direkte Kommunikation möglich.

Die Verwaltung des Programms lässt kaum Wünsche offen: In zwei Klicks kann ein neuer Kunde angelegt werden. Neben den Standards sind hier auch Spezialfelder zum Beispiel für Skype oder Xing vorhanden, die Faktura-Infos sind ebenfalls sehr ausführlich.

Insgesamt kann der Nutzer zehn individuelle Felder definieren, was im Vergleich zu anderen Programmen durchaus üppig ist.

Besonders hervorzuheben ist der Formulardesigner. Hierzu wird List&Label der Firma combit integriert. Dieser Formulardesigner ermöglicht sehr umfangreiche und intuitive Anpassungen der Formulare. Positiv auch: Schnittstellen zu Ebay und den kostenlosen Internetshopsystemem osCommerce und xtCommerce sind in der Professional-Version integriert.

Buhl Data Mein Büro 2009

Wiso Mein Büro von Buhl
Wiso Mein Büro von Buhl

Unter dem Label der ZDF-Wirtschaftssendung Wiso vertreibt Buhl Data die Software „Mein Büro“. Je nach Bedarf und Geldbeutel kann der Nutzer hier die Software aufstocken, alle Funktionalitäten werden unter einer einheitlichen, sehr gut bedienbaren Oberfläche zusammengefasst.

Überhaupt ist die Nutzerführung ein echter Pluspunkt dieser Software. Beispiel: Ein neuer Kunde lässt sich mit zwei Klicks aufrufen und dann anlegen.

Die Felderausstattung ist dann aber vergleichsweise dürftig: Eingabefelder für differenzierte Preisgruppen sucht man hier ebenso vergeblich wie ein Feld etwa für die Umsatzsteuer-ID oder die Bankverbindung. Ebenso stehen nur fünf individuelle Felder zur Verfügung.

Wichtig auch: Eine direkte Anbindung etwa an Ebay oder einen anderen Internetshop gibt es nicht. Dafür gibt es aber eine Online-Poststelle und eine Geo-Lokalisierung von Anbietern.

Schnell an die Grenzen stößt der Nutzer mit der billigsten Version („Selbstständig“) für 49,95 Euro. Aber auch die bessere Version („Standard“) für 99,95 Euro bietet zum Beispiel keinen DATEV-Export an und Angebote können nicht in Aufträge umgewandelt werden. Realistischerweise sollte der Gründer deshalb lieber gleich auf die Professional-Version für 149,95 Euro zurückgreifen.

JTL WaWi Version 0.99

Aus dem Rahmen in vielerlei Hinsicht fällt die WaWi-Software von JTL. Denn zum einen ist das Programm noch nicht in einer finalen Version erhältlich, zum anderen überzeugt es durch seinen Preis: Es ist komplett kostenlos.

Dafür nimmt der Nutzer aber auch ein etwas umständlicheres Installationsverfahren in Kauf und ein eher schlicht gehaltenes Design, welches im Wesentliche auf Tabellen basiert. Auch hier lassen sich Kunden mit zwei Klicks hinzufügen: Die Eingabemaske bietet mittelmäßig viel Unterscheidungen, eigene Freifelder kann der Nutzer aber nicht definieren.

Aber: Das Programm bietet eine Schnittstelle zu Ebay. Und ein Internetshop der gleichen Firma (149,00 Euro) kann direkt mit ihm kommunizieren.

Gründer van Hal installierte schließlich auch ein Gesamtpaket auf seinen Computern. Mehrere Softwarepakete analysierte er dafür: „Es ist mir wichtig, dass Stammdaten nicht ständig zwischen unterschiedlichen Programmen exportiert werden müssen“, sagt er. „Dafür nehme ich auch in Kauf, dass nicht alles perfekt ist und der Support per Telefon bei meinem Anbieter nur über eine teure 0900-er-Nummer möglich ist.“

Zumindest kann er nun in einem Schritt Rechnungen ausstellen und diese auch in die Finanzbuchhaltung übernehmen. Und auch die Angebote kann er individuell auf den Kunden zugeschnitten erstellen.

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3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 27.11.2009, 11:44 UhrAnonymer Benutzer: Patrick Wilden

    Wie bereits Frau Wolf möchte ich auf Alternativen hinweisen. Webbasierte Lösungen sind für die "neue Arbeitswelt" weit günstiger als klassische Client/Server- bzw. intranet-Lösungen. Ob im Gründerzentrum oder von Zuhause, man greift stets auf aktuelle Daten zu - jeder im Team arbeitet mit dem eigenen Rechner/bevorzugten betriebssystem, Weil Fibu und Steuern ausgeklammert sind, kann die internetbasierte bürosoftware schlanker ausfallen. Als Vertreter der neuen Gattung fällt mir spontan "Offixo" ein.

  • 20.12.2008, 16:49 UhrAnonymer Benutzer: Gudrun Wolf

    So wie das deutsche Steuersystem überfrachtet ist, ist die gängige Software überladen und knüpft wenig an den interessen und Vorkenntnissen von Einzelunternehmern und Kleinfirmen an. Alternative Anbieter haben es schwer, wahrgenommen und unterstützt zu werden.

  • 20.12.2008, 16:46 UhrAnonymer Benutzer: Gudrun Wolf

    Jetzt versuche ich es schon zum dritten Mal

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