Consulting: Der schnellste Weg zum Top-Berater - Seite 2

Consulting: Der schnellste Weg zum Top-Berater

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Beliebte Meckies
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„Wer als Einkaufsberater unterwegs ist, benötigt völlig andere Fähigkeiten als ein Change-Management-Experte oder Restrukturierer“, sagt Klaus Reiners, Sprecher des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater (BDU). Um Absolventen und Jungberatern die Entscheidung zu erleichtern, welche Richtung sie einschlagen sollen, hat die WirtschaftsWoche gemeinsam mit dem BDU und der WGMB in Bonn die wichtigsten Beratungsfelder identifiziert und aufgelistet, welcher fachliche Hintergrund sowie welche persönlichen Eigenschaften und Neigungen in der jeweiligen Sparte gefragt sind.

Die erste zentrale Frage, die sich Berufseinsteiger in diesem Feld stellen sollten, lautet: Arbeite ich lieber von der Spitze aus oder von der Basis? Wer etwa gerne Geschäftsmodelle konzipieren und groß angelegte Strategiekonzepte entwickeln möchte, muss sich als Berater auf der Vorstands- und Geschäftsführerebene bewegen können. Solche einschneidenden Entscheidungen lassen sich in der Unternehmenshierarchie nur von oben nach unten durchsetzen.

Strategieberater und M&A-Spezialisten wiederum müssen noch mehr damit leben können, dass die Belegschaft ihrer Firmenkunden ihnen eher mit Misstrauen und wenig Sympathie begegnet. Sie müssen sich häufiger den Vorwurf anhören, Berater seien arrogant, kalt, und reine „Numbercruncher“ – also Zahlenmenschen ohne Empathie.

Fachkompetenz statt Besserwisserei

Der intellektuelle Lohn für dieses Image: „Als Strategieberater lebt man sehr stark in der Zukunft. Im Team mit vielen klugen Menschen an Produktstrategien zu arbeiten, die erst in fünf bis zehn Jahren Wirklichkeit werden, macht einfach ungeheuren Spaß“, schwärmt die 26-jährige Betriebswirtin Jasmin Müller, die vor zwei Jahren bei der auf Technologie und Innovation spezialisierten Managementberatung Arthur D. Little eingestiegen ist.

Ganz anders sieht es aus, wenn Prozesse optimiert oder verschlankt werden sollen und der Berater deshalb auf die Akzeptanz der Mitarbeiter seines Mandanten angewiesen ist. Prozess- und Organisationsberater müssen daher vor allem gute Kommunikatoren sein. Sie tun sich wesentlich leichter in ihren Umsetzungsprojekten, wenn sie Teamarbeit schätzen und es nicht nötig haben, andere Menschen ihre Überlegenheit spüren zu lassen.

„Wer Mittelständler zu handfesten Einkaufsthemen beraten will, muss auch die Sprache der Mittelständler sprechen – mit intellektuellen Pirouetten kommt man da nicht weit“, sagt etwa auch Gerd Kerkhoff von der Einkaufsberatung Kerkhoff Consulting in Düsseldorf. Seine Strategie bei der Bewerberauswahl lautet deshalb: „Wir brauchen nicht nur Einserkandidaten, sondern Menschen, die fachlich kompetent sind und mitten im Leben stehen.“

Entsprechend haben gute Umsetzungsberater meist schon einige Jahre Berufserfahrung auf dem Buckel, strahlen Fachkompetenz aus und müssen ihre Position nicht mehr durch Hahnenkämpfe oder Besserwisserei behaupten.

Am besten testen

Über alle Beratersparten hinweg gilt jedoch der große Charme des Selbsttests: „Als Berater anzufangen ist die Entscheidung, sich erst einmal nicht zu entscheiden“, sagt Ansgar Richter, Professor für Strategie und Organisation an der European Business School in Wiesbaden.

Reagieren Arbeitgeber in der Industrie eher brüskiert, wenn junge Hoffnungsträger ihnen nach drei, vier Jahren schon den Rücken kehren, gehört der Wechsel in andere Unternehmen in der Beraterbranche zum Geschäftsmodell. „Vor allem in den großen Strategiehäusern herrscht nach wie vor striktes Up-or-out-Prinzip“, sagt Frank Höselbarth, Personalberater aus Frankfurt. Wer es nicht schnell genug nach oben schafft, muss gehen. Gleichzeitig informieren die Top-Häuser ihre Jungberater allerdings auch per Intranet über vakante Stellen bei den Kunden und sorgen so indirekt dafür, dass aus den Alumni möglicherweise später wieder Kunden werden.

Und manchmal sind Brüche im Lebenslauf sogar noch von Vorteil – wie etwa in der Branche der Sanierer und Restrukturierer. „Wer Unternehmen saniert, trifft auf Menschen, die sich gerade intensiv mit dem Thema Scheitern auseinandersetzen müssen“, sagt Burkhard Jung, Vorstandsvorsitzender der auf Sanierungs- und Insolvenzmanagement spezialisierten Unternehmensberatung CMS in Berlin. Bewerber, die schon mal ein Studium oder einen ungeliebten Job hingeworfen, sich wieder aufgerappelt und dann ihren ganz eigenen Weg erfolgreich gemacht haben, findet Jung spannend. „Ein Berater, der diese Erfahrung persönlich kennt und vermitteln kann, dass man aus solchen Situationen wieder herauskommt, ist in unserem Geschäft genau richtig.“

8 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 17.06.2010, 16:17 UhrAnonymer Benutzer: 1. Ebene unter Vorstand

    in meiner Laufbahn habe ich schon viele berater erlebt. Und ich habe gelernt, dass Einmannberater mit Erfahrung deutlich mehr auf dem Kasten haben, als die grossen Namen dieser branche.
    Dort erscheinen die Topleute aber nur so lange, bis der Vertrag unterschrieben ist. Dann kommen Horden von kleinen Jungs, deren Aufgabe darin besteht das ganze Wissen aus den Mitarbeitern zu saugen. Verkauft wird es dann als eigene Erkenntnisse.
    Das einzige ,was die vorweisen können ist FOLiENKOMPETENZ.
    Lösungen sind dann: man sollte, es würde helfen usw.
    Habe damals auch Dibelius erlebt, als er noch bei McKinsey angefangen hat. Es war nicht besser.
    Aber die damaligen Herren Vorstände haben wenigstens ein Alibi.
    Doch das war sehr , sehr teuer erkauft. Genützt hat es meist wenig, bei der " Umsetztung" waren die Herren berater nicht da und die Herren Vorstände wollten möglichst wenig ändern, weil sie sich nie einigen konnten. Also wurden wieder Folien erstellt nur geändert hat sich nichts.

  • 17.06.2010, 12:07 UhrAnonymer Benutzer: Holger

    Sehr wertvolle Kommentare, die den Artikel zurück ins rechte Licht rücken. Die buchempfehlungen werde ich mir direkt ansehen! Danke.

  • 17.06.2010, 11:04 UhrAnonymer Benutzer: Junior

    Ein Artikel wie aus der Werbebroschüre der branche – leider weit weg von der Realität. Natürlich gibt es immer wieder Glückliche, die die beratung als Sprungbrett nutzen. in bezug auf Karriere kann man hier also wirklich weiterkommen. Auf die Mehrheit der Junior-berater trifft das allerdings gar nicht zu! Auch bin ich mir nicht sicher, ob das überhaupt wünschenswert ist. Hier schließe ich mich in meiner Einschätzung meinem Vorredner an.
    ich bin selbst Teil einer solchen Top5-beratung und beobachte täglich Unschönes: Juniorberater, die bis über die Schmerzgrenze ausgenutzt und dem Kunden teuer verkauft werden, Hahnenkämpfe und Anbiederei, Jagd nach Neuprojekten schlimmer als beim Telefonmarketing.
    Und das Widerwärtigste, es wird nicht wirklich untersucht und beraten, sondern nur noch Politik betrieben. Mal setzt der berater „seinen Ansatz“ durch, der dann nur noch von seinen Mitarbeitern verkauft und vertreten werden muss – auch dann, wenn man nicht dahinter steht. Oder der „Ansatz“ des Auftraggebers wird umgesetzt: nur allzu oft steht das Projektergebnis schon vor dem Start des Projektes fest, dann dient der berater dem Vorstand nur mehr als Alibi, um schon lange entschiedene unpopuläre Maßnahmen umzusetzen.
    Der berufseinsteiger glaubt noch daran, viel zu lernen, echten Mehrwert zu bringen. Die Wirklichkeit sieht oft anders aus: monatelange Projekte beim Kunden vor Ort, weit weg von der Heimatbasis an zum Teil unattraktiven Standorten gegen den Widerstand von Geschäftsführung und belegschaft in Alibi-Projekten bis zur Erschöpfung an Präsentationen herumfeilen. Mit dem vorrangigem Ziel: Eigenmarketing. Sonst ist man ganz schnell draußen. ich persönlich kenne mehr Alkoholiker als wahre Stars in der branche, leider trifft es fast immer die Aufrichtigen.

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