Dax im Aufwärtstrend: Fünf Gründe, die für deutsche Aktien sprechen

KommentarDax im Aufwärtstrend: Fünf Gründe, die für deutsche Aktien sprechen

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Bereits den zweiten Tag in Folge übersprang der Dax die wichtige Marke von 5000 Punkten - ein wichtiges Signal für die Erholung der Wirtschaft

Erstmals seit vier Monaten steigt der Dax über die Hürde von 5000 Punkten. Ende der Bärenmarktrally oder Beginn eines nachhaltigen Aufschwungs? Ein Börsen-Kommentar von WirtschaftsWoche-Redakteur Anton Riedl.

Kennen Sie jemanden, der sagt, der Dax geht auf 6000 Punkte oder höher? Wahrscheinlich kaum. Viel eher werden Sie Prognosen finden, die den Dax -  spätestens im zweiten Halbjahr -  bei 4000 Punkten, 3000 oder noch viel weiter unten sehen. Selbst diejenigen, die investiert sind, schauen immer wieder ängstlich auf die Kurse und zittern, wenn es, wie letzte Woche, in wenigen Stunden mal 300 Punkte in den Keller geht. Optimismus sieht anders aus – und das ist gut für den Dax.

Fünf Gründe, die derzeit für Aktien sprechen

Erstens: Der Konjunkturabsturz ist weitgehend gelaufen. Egal, wie schnell die Erholung kommt, alles andere als der Weltuntergang darf mittlerweile als positiv gewertet werden. Der Vorlauf, mit dem der Dax das antizipiert, dürfte durchaus klassisch sechs bis neun Monate betragen.

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Zweitens: Liquidität ist reichlich vorhanden, der Anlagebedarf ist hoch, Zinsen aber niedrig. Bundesanleihen zum Beispiel bieten keine drei Prozent mehr. Kein Wunder, dass Unternehmensanleihen der große Renner sind. Von da aber ist der Weg zu Aktien auch nicht weit.

Drittens: Gerade weil die Unternehmensgewinne 2009 so schlecht ausfallen werden, besteht für 2010 die Chance auf eine echte Erholung. Ob die bisherigen Prognosen aufgehen und die Aufschläge zweistellig ausfallen, ist natürlich noch unsicher. Aber von großem Optimismus sind die derzeitigen Hochrechnungen der Analysten nicht geprägt.

Viertens: Weltweit ziehen die Aktien an. Es ist nicht nur der Dax, der momentan wild um die 5000er-Marke kämpft. Alle wichtigen internationalen Indizes sind an entscheidenden Widerstandsmarken angekommen oder haben sie schon durchbrochen. Dass die Börsen der Schwellenländer schon einen Schritt weiter sind, ist ein gutes Zeichen.

Fünftens: Charttechnisch sieht die Lage vielversprechend aus. Von den 30 Dax-Werten haben nach klassischer Lesart (Bodenformation plus Durchdringen der 200-Tage-Linie) sechs Aktien eindeutig eine Aufwärtswende geschafft: BASF, BMW, Deutsche Bank, K+S, MAN und Metro. Bedingt dazuzählen lassen sich die Deutsche Börse, die Hannover Rück und SAP. Knapp davor sind Siemens und Salzgitter. Selbst Nachzügler wie Bayer, Beiersdorf, Lufthansa oder E.On sind Schritt für Schritt dabei, Boden zu finden.

Gewinne gibt es nicht geschenkt

Fazit: Ein Anstieg mit Angst, wie er derzeit stattfindet, ist in der Regel ein gutes Zeichen. Das heisst nicht, dass der Dax einfach durchmarschiert und man Gewinne geschenkt bekommt. Stehvermögen ist gefragt, damit man sich durch hektische Kurskapriolen nicht aus vielversprechenden Aktien katapultieren lässt. Und Flexibilität: Denn noch ist die Unsicherheit groß. Der Spielraum im Dax reicht bis etwa 4200 hinab. Sollte der Index bei seiner nächsten Korrektur wider Erwarten noch tiefer rutschen, wäre das ein Zeichen dafür, dass das Wende-Szenario doch nicht aufgeht.

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