Deutsche Post: Post-Chef Appel überzeugt als Visionär

KommentarDeutsche Post: Post-Chef Appel überzeugt als Visionär

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Überzeugender Auftritt von Post-Chef Frank Appel: Er präsentierte sich als Visionär

Frank Appel präsentiert seine „Strategie 2015“ und überrascht mit unorthodoxen Worten. Der Post-Chef zeigt sich, wie man ihn bislang nicht kannte: als Visionär.

Ein neuer Name ist gefunden: die Deutsche Post World Net wird ab sofort umfirmiert in Deutsche Post DHL. Mit dem Namenswechsel verbindet Frank Appel seinen großen Auftritt: Ohne Redemanuskript und in fester Überzeugung beschreibt Appel vor Journalisten, wie er sich das Unternehmen in fünf Jahren vorstellt.

Er verkündet nichts weniger als „eine Kulturrevolution“: Kunden und Mitarbeitern stehen fortan im Mittelpunkt. Es sind große Worte, doch es gibt reichlich Gründe, an der Ernsthaftigkeit zu glauben:

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1. Appel sprüht vor Elan. Er präsentiert so lebendig und leidenschaftlich, dass die Anwesenden ihn gar nicht wieder erkennen. Das Thema ist ihm eine Herzensangelegenheit. Er präsentiert sich als Visionär, denkt über den Tellerrand hinaus und philosophiert. So zieht er etwa Parallelen zur Tourismusindustrie: Früher hätten Reiseveranstalter Komplexität reduziert, indem sie den Deutschen zweiwöchige Spanienurlaube ermöglichten, ohne dass diese nur ein Wort Spanisch sprechen mussten. Sie waren erfolgreich. Heute könne sich jeder Urlauber über das Internet Hotels und Flüge zusammenstellen – das setze die Veranstalter unter Druck. In der Logistik sei das nicht anders: Die elektronische Kommunikation belaste das traditionelle Geschäft. Appels Lösungen: Standardisierung und Vereinfachung.

Fokus auf Mitarbeiter statt Finanzkennzahlen

2. Kunden und Mitarbeiter gehören für Appel fortan in den Mittelpunkt. Dass er es ernst meint mit dem Ansinnen zeigt die Abkehr vom reinen Blick auf Finanzkennzahlen. „Wir wollen, dass Mitarbeiter eine Bedeutung und einen Sinn in ihrer Arbeit erkennen und einen Beitrag für Kunden und Gesellschaft leisten“, sagt Appel. Mit Einführung der Balanced Scorecard wird die Konzernentwicklung fortan sowohl über Ebit-Kennzahlen als auch über Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit gemessen. Dieser Schritt war längst fällig, denn an der Basis rumort es seit Langem. Ganz praktisch ändert er zum Beispiel in Meetings die Rangfolge der Besprechungsthemen: zuerst kommen Mitarbeiter- und Kundenbelange, dann erst sollen Marktanteile, Umsatzzahlen und Kennziffern diskutiert. Das wirkt in der Tat wie eine Revolution.

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