
HB FRANKFURT. Gute Nachricht für die europäische Exportindustrie sind schlechte Nachrichten für Euro-Devisenspekulanten. Der Kurs des Euro ist heute nach Gewinnmitnahmen deutlich unter die Marke von 1,50 US-Dollar gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zuletzt mit 1,4884 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,4922 (Mittwoch: 1,5037) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,6702 (0,6650) Euro.
"Nachdem der Euro noch am Vortag wieder über 1,50 US-Dollar gestiegen ist, haben erneut Gewinnmitnahmen eingesetzt", sagte Antje Praefcke, Devisenexpertin der Commerzbank. Bereits im asiatischen Handel war der Euro wieder unter diese Marke gefallen. Gedrückt worden sei der Euro auch durch eine Umfrage der EZB unter Volkswirten, sagte Praefcke.
Die sehr verhaltenen Inflationserwartungen für die kommenden Jahre sprächen für einen weiterhin niedrigen Leitzins. Ein niedriger Leitzins macht eine Währung für Anleger weniger attraktiv.
Der Euro wird sich nach Einschätzung von Praefcke auch in den nächsten Tagen weiter in der Nähe der Marke von 1,50 Dollar bewegen. Die in der kommenden Woche in den USA anstehenden Konjunkturdaten sollten dem Euro jedoch tendenziell Auftrieb geben, da sie eine anhaltende Konjunkturerholung signalisieren sollten.
Zu anderen wichtigen Währungen hatte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,90200 (0,90290) britische Pfund, 134,32 (135,11) japanische Yen und 1,5106 (1,5104) Schweizer Franken festgelegt.
Angesichts eines wieder festeren Dollar hat der Goldpreis am Donnerstagnachmittag etwas nachgegeben. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1114,75 (1115,25) Dollar gefixt. Der Kilobarren kostete 24 067,50 (23 902,95) Euro.





