Devisenmarkt: Virtuelle Wetten gegen Währungen

Devisenmarkt: Virtuelle Wetten gegen Währungen

von Martin Gerth

Wie Währungsspekulationen mit börsengehandelten Fonds, sogenannten ETF, funktionieren und worauf Anleger dabei achten sollten.

Wie ETF-Währungsdeals laufen

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Das Eurozeichen vor der Europäischen Zentralbank.

Die Bank kauft Währungen auf Termin, verpflichtet sich also zum Beispiel, in drei Monaten Dollar zu kaufen. Diese Terminkontrakte sind die Basis für einen von der Bank berechneten Index. Der Indexfonds (ETF) hält Aktien und bildet den Währungs-Index künstlich nach, indem der ETF-Anbieter ein Tauschgeschäft (Swap) mit einer anderen Bank abschließt. Bei diesem Swap tauscht der ETF die Wertentwicklung der von ihm gehaltenen Aktien gegen die des Währungs-Index. Mithilfe von Swaps können ETFs Zinsdifferenzen ausnutzen, kurzfristigen Trends folgen und auf Korrektur von Fehlbewertungen spekulieren:

Zinsdifferenzen nutzen

Die Bank kauft Terminkontrakte für Währungen mit hohem Zins für Drei-Monats-Geld. Diese Investments finanziert sie über kurzfristige Kredite in Währungen mit Niedrigzins. Die Wette des ETF, im Fachjargon „Carry Trade“, geht auf, wenn die hoch verzinsten Währungen gegenüber den niedrig verzinsten an Wert gewinnen. Wenn die Währungsverluste höher sind als der  Gewinn aus der Differenz zwischen Kredit- und Anlagezins, verliert der Anleger Geld.

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Kurzfristigen Trends folgen

Das Computermodell des Index siebt die Währungen heraus, die in den vergangenen Monaten gegenüber der Leitwährung Dollar am meisten verloren haben. Diese Devisen verkauft die Bank auf Termin, sie geht short. Im Gegenzug kauft sie (long) jene Währungen, die gegenüber dem Dollar am stärksten zulegt haben. Die Wette des ETF geht auf, wenn sich die Trends über die Laufzeit der Kontrakte fortsetzen.

Auf Korrekturen spekulieren

Die Bank kauft Währungen auf Termin, die laut Computermodell einen höheren fairen Wert haben, als dies dem aktuellen Preis am Devisenmarkt entspricht. Im Gegenzug verkauft sie Währungen, die sie für überbewertet hält. Ein Beispiel: Der Euro wäre gegenüber dem Dollar fair bewertet, wenn beim aktuellen Tauschverhältnis die Kaufkraft beider Währungen im Inland gleich wäre, Volkswirte sprechen hier von Kaufkraftparität. Die Wette des ETF geht auf, wenn sich die Preise am Devisenmarkt dem unterstellten fairen Wert nähern.

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