Dreimal Jazz : Aki Takase, Misha Alperin, Jan Garbarek

Dreimal Jazz : Aki Takase, Misha Alperin, Jan Garbarek

Piano solo – das ist längst keine Randerscheinung mehr, sondern kammerjazzmusikalischer Alltag, allzu oft heute leider auch der langweiligsten Sorte.

Aki Takase – Something sweet, something tender

Bei Aki Takase hingegen darf man sich sicher sein, nicht enttäuscht zu werden, im Gegenteil: Auf ihrem neuen Album erweist die in Berlin lebende Japanerin ihren Vorbildern und Wegbegleitern Thelonius Monk, Carla Bley, Ornette Coleman, Eric Dolphy und Alexander von Schlippenbach in teils radikal reduzierten („Crepuscule", „Globe Unity"), teils auf die expressiv-motorische Spitze getriebenen Stücken („The Sphinx", „Walking Batterie Woman") ihre Referenz und mischt sie mit eigenen Kompositionen, die ihre eigentümliche Spannung aus Swing, Minimal Music, verqueren Akkordketten und sogar Zwölftonreihen beziehen, dass es ein einziges Hörvergnügen ist. Eine Stunde höchst delektablen Klavierspiels – nicht nur für Connaisseure. (Enja)

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Wertung (maximal fünf Sterne): * * * *

Weitere Informationen unter: www.aki-takase.de

Misha Alperin – Her First Dance

Bei Misha Alperin weiß man als Hörer nie, wohin die Reise gehen wird – das macht seine neuen Alben unwiderstehlich. Wird die Neugier auch diesmal belohnt? Und wie! Der Pianist aus Bessarabien, mit Volksliedern aufgewachsen, klassisch ausgebildet, im Jazz unterwegs, sucht auf „Her First Dance" sehr eindrucksvoll das Zwiegespräch mit sich, dem Cello (Anja Lechner) und dem Horn (Arkady Shilkloper), in höchst abwechslungsreichen Soli, Duos und Trios, die in ihrer stilistischen Konzentration diesmal selten an Bela Bartok („Jump") und die frühen Klavierwerke von John Cage („Via Dolorosa") erinnern, in ihrer ostinaten Beständigkeit und ausgesungenen Kantabilität an sehnsuchtsvolle Heimatlieder („Her First Dance") – und in ihrer verhangenen Melancholie („Lonely in White") an improvisierte Kleinodien aus den Händen Keith Jarretts. (ECM)

Wertung (maximal fünf Sterne): * * * * (*)

Weitere Informationen unter: www.ecmrecords.com

Mazur, Garbarek – Elixir

Eine Stunde lang nichts als Saxophon und Percussion – das geht wunderbar zusammen, wenn Jan Garbarek und Marilyn Mazur die Instrumente führen. Das Schema der Aufnahme ist natürlich begrenzt: Die Geräuschkulisse von Marimba, Vibraphon, Gongs, Trommeln, Schellen und indischen Kuhglocken baut sich entweder rhythmisch auf („Dunun Song") oder als „cineastischer" Klangeffekt, der allerlei Kopfbilder weckt. Darüber legt Garbarek seine gewohnt gefühlsechten Saxophon- (und Flöten-)Linien und lässt es schwingen und singen, bis die letzte Seele baumelt. (ECM)

Wertung (maximal fünf Sterne): * * * *

Weitere Informationen unter www.ecmrecords.com

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