Durchblick: Berechnung der Aktienbranchensieger

Durchblick: Berechnung der Aktienbranchensieger

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Ein Plastikbär vor dem Dax

So lesen Sie die Tabellen rund um die Branchensieger und die Nachzügler. Eine Studie der Boston Consulting Group.

Die Tabellen analysieren für die besten Aktien aus 14 Branchen weltweit (ohne Finanztitel) und für die 24 Industriewerte aus dem Dax, welche Erträge die Papiere Anlegern von 2003 bis 2007 brachten – und aus welchen Quellen sich diese Erträge speisen.

Was die Zahlen in den einzelnen Spalten aussagen, zeigt das Lesebeispiel für MAN:

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Der jährliche Durchschnittsertrag der Aktie für Anleger von 2003 bis 2007 lag bei 58,3 Prozent (2. Spalte von links). Dieser Wert setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen (eingerahmte Spalten, von links nach rechts): Aus Umsatzwachstum stammen durchschnittlich drei Prozent der Wertsteigerung pro Jahr; die stetig verbesserte Gewinnmarge (Ebitda) brachte jedes Jahr im Mittel 16 Prozent Mehrwert; die Dividende war für jährlich vier Prozent Wertzuwachs verantwortlich, Änderungen bei der Zahl der Aktien gab es keine (null Prozent) und der Schuldenabbau schlug mit jährlich 20 Prozent zu Buche. Der Rest geht auf das Konto der Anleger: Sie bezahlten in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt 15 Prozent mehr pro Euro MAN-Gewinn als im jeweiligen Vorjahr. Macht zusammen:

3 + 16 + 4 + 0 + 20 + 15 = 58.

Für den Großteil der Performance waren bei MAN also höhere Profitabilität und Schuldenabbau verantwortlich. Anders bei Continental: Hier geht der Großteil, nämlich 26 Prozentpunkte von insgesamt 46 Prozent, allein auf die höhere Bewertung des Conti-Gewinns durch die Anleger zurück. Das legt die Vermutung nahe, dass der Kurszuwachs deutlich weniger stark durch fundamentale Verbesserungen gedeckt war als bei MAN. Die vorletzte Spalte (bisheriger Ertrag 2008) zeigt, wie stark die meisten Aktien 2008 durch die schwelende Finanzkrise bereits an Wert verloren haben. Das führt dazu, dass in der letzten Spalte (Erwartungsprämie- bzw. -abschlag auf den Fundamentalwert) erstmals seit Jahren wieder viele Aktien einen grünen Wert aufweisen. Das bedeutet: Die Börse handelt diese Aktien mit einem Abschlag auf ihren fundamentalen Wert.

Erwartungsabschläge sind grün dargestellt, weil solche Aktien unterbewertet sind – die Börse unterstellt, dass das Unternehmen in seinen Leistungen nachlässt. Tut es das nicht, hat die Aktie Aufholpotenzial. Bewertungsaufschläge (positive Werte) sind rot markiert.

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