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Einmal um die Welt: Südafrika: Traumreise mit Wegelagerern

von Von Wolfgang Drechsler Quelle: Handelsblatt Online

In Schwellenländern wie Südafrika gehört Kriminalität zum Alltag. Immer öfter ist es zuletzt passiert, dass Besucher aus Übersee gleich nach ihrer Ankunft abgefangen und beraubt wurden. Trotz der Kriminalität hat das Land am Kap der Guten Hoffnung aber nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Denn wer sich richtig schützt, kann hier in großartiger Kulisse günstig seinen Urlaub verbringen.

Allgegenwärtig ist in Kapstadt der Tafelberg. An der Waterfront der Metropole pulsiert das Nachtleben. Quelle: dpa
Allgegenwärtig ist in Kapstadt der Tafelberg. An der Waterfront der Metropole pulsiert das Nachtleben. Quelle: dpa

KAPSTADT. Es war noch dunkel, als das Taxi mit den beiden deutschen Architekten vor ihrer Kapstädter Wohnung eintraf. Eine Stunde vorher waren sie mit dem Nachtflug aus Frankfurt gekommen. Als die beiden ihr Gepäck aus dem Taxi zogen, traten plötzlich zwei Gestalten mit Pistolen aus dem Dunkel, griffen sich Laptops und Hausschlüssel - und verschwanden so schnell wie sie gekommen waren. Mit solchen Szenen müssen Afrikareisende rechnen. Doch es locken eine grandiose Landschaft und derzeit äußerst günstige Wechselkurse. Und Touristen können sich häufig auch schützen.

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Immer öfter ist es zuletzt passiert, dass Besucher aus Übersee gleich nach ihrer Ankunft in Südafrika vor ihrem Haus oder Hotel abgefangen und beraubt wurden. Angeblich gibt es keine konkreten Hinweise auf eine direkte Komplizenschaft zwischen Mitarbeitern der Zollbehörde und organisierten Gangs. Doch die Verwaltungen haben dennoch reagiert: Touristen müssen bei der Einreise nicht mehr wie früher die Adresse ihrer Unterkunft oder den eingeführten Devisenbetrag deklarieren.

Trotz der Kriminalität ist die Anziehungskraft, die Afrika und vor allem Südafrika auf Deutsche ausüben, nach wie vor ungebrochen. Etwa 30 000 Bundesbürger, schätzt das deutsche Generalkonsulat, leben inzwischen dauerhaft am Kap. Hinzu kommen bis zu 100 000 Deutsche, die sich hier zeitweise aufhalten und Hunderttausende Touristen und Geschäftsreisende.

Zugute kommt den Gästen aus dem Ausland, dass die Randwährung nach ihrer starken Aufwertung im Zuge des Rohstoffbooms ab 2002 in den letzten beiden Jahren massiv an Wert zum Euro verloren hat - seit Mai 2006 rund 70 Prozent. Denn seit Beginn der Finanzmarktkrise scheuen viele Investoren das Risiko und reduzieren ihre Positionen in politisch unsicheren Schwellenländern wie Südafrika. Zudem ist das Leistungsbilanzdefizit der Kaprepublik auf über neun Prozent gestiegen - den höchsten Stand seit 26 Jahren.

Die damit verbundene starke Abwertung des Rands gleicht für Touristen die höheren Lebensmittel- und Spritkosten mehr als aus und hat zur Folge, dass Südafrika zwar nicht ganz so billig wie Südostasien, aber noch günstiger als die USA ist. Ein Liter Superbenzin etwa kostet am Kap noch immer unter einem Euro. Allerdings sind die Distanzen im Land auch weit größer als in Deutschland.

Für Touristen oder Geschäftsreisende ist es zumindest in Südafrika kein Problem, eine Kredit- oder EC-Karte zu benutzen. Vor allem in den Zentren ist es ein Kinderspiel, an Bares zu kommen. Denn Südafrika hat eines der modernsten Bankensysteme der Welt. Selbst in kleinen Ortschaften findet sich ein Bankautomat, an dem man mit einer EC-Karte Geld ziehen kann.

Ebenso angenehm ist es, dass selbst Kleinstbeträge problemlos per Karte bezahlt werden können. Wer will, kann selbst den Schokoriegel oder die Zeitung mit Kreditkarte bezahlen - allerdings stets mit dem von den Banken beim Auslandseinsatz berechneten Aufschlag von etwa 1,5 Prozent. Wegen der hohen Zahl an Betrugsdelikten und weil Kreditkarten gerne kopiert werden sind immer mehr Restaurants zum Einsatz mobiler Abrechnungsgeräte übergangen. Inzwischen können Kunden auch im Restaurant mitverfolgen, was mit ihrer Kreditkarte passiert, die Abrechnung erfolgt häufig direkt am Tisch. In der Vergangenheit waren viele Karten im Hinterzimmer kopiert und dann von organisierten Banden missbraucht worden.

Touristen müssen beim Zahlen mit Kreditkarte allerdings in Kauf nehmen, dass sich der später in Rechnung gestellte Wechselkurs nie exakt überprüfen lässt. Dies kann, vor allem bei einer starken Fluktuationen des Rands wie zuletzt, dazu führen, dass der Betrag am Ende fünf oder gar zehn Prozent von dem Kurs abweicht, der zum Zeitpunkt des Kreditkarteneinsatzes galt.

Obwohl immer weniger genutzt, sollten auch Reiseschecks erwogen werden, weil sie wegen der hierbei zum Gegenzeichnen notwendigen Zweitunterschrift in einem Land mit hoher Kriminalität wie Südafrika eine zusätzliche Sicherheit schaffen und zudem viel einfacher als etwa in Südamerika einlösbar sind.

Etwas Bargeld sollten Reisende dennoch dabei haben. Wegen der extrem niedrigen Grundgehälter des Personals am Kap empfiehlt sich in Restaurants oder bei Gepäckträgern ein Trinkgeld von mindestens zehn Prozent. Die informellen Parkwächter, die sich zur Autoüberwachung überall anbieten, erhalten tagsüber für ihre Dienste zwei bis drei Rand und nachts das Doppelte. Auch die rund 120 000 Tankwarte, die beim Auffüllen auch gleich Öl und Wasser checken oder die Scheibe putzen, freuen sich über zwei Rand extra. Für diesen Zweck ist es immer gut, ein paar Münzen griffbereit in der Hosentasche zu haben.

Anders als in den meisten übrigen afrikanischen Staaten, wo es kein echtes Banksystem gibt und fast alles bar geregelt wird, braucht man Cashgeld am Kap im Übrigen nur beim Tanken, weil Pächter hier eine vom Staat gesetzlich festgelegte Profitmarge erhalten - und Tankstellen deshalb keine Kreditkarte akzeptieren.

Am besten tauscht man am Kap sein Geld noch immer bei einer Bank und benutzt dazu vor allem große Geldscheine, weil die Banken in diesem Fall weniger Gebühren berechnen. Besser also ein 100- Euro-Schein als fünf Zwanziger. In Südafrika wird der Markt dabei von den vier Großbanken Standard, Absa, Firstrand und Nedbank fast monopolisiert. Weniger günstig aber verlässlich ist der Umtausch in einer Wechselstube. Den schlechtesten Kurs kriegt man wie so oft auch am Kap im Hotel.

Wegen der Kriminalität sollten Südafrika-Reisende sich hüten, zu viel Bares bei sich zu tragen. Zudem werden überall in Südafrika für Bareinzahlungen wegen des damit verbundenen Personalaufwands und der Sicherheitsmaßnahmen höhere Gebühren fällig. Auch Geldüberweisungen auf fremde Konten können für gewöhnlich nur in der Bank des Begünstigten getätigt werden, was zeitaufwendig ist.

Ein Vorteil des Rands: Er ist nicht nur eine gut handelbare Währung, die internationale Fondsmanager gerne zum Ein- und Ausstieg in die Märkte der Schwellenländer nutzen, sondern kann quasi im ganzen südlichen Afrika leicht getauscht werden. In Namibia dient er neben dem namibischen Dollar sogar als offizielle Zweitwährung. Allerdings empfiehlt es sich, vor der Weiterreise nach Südafrika alle Namibia-Dollar in Rand umzutauschen, weil die namibische Währung am Kap nicht verwendet werden kann - und der Umtausch am Kap zeitaufwendig und mit Gebühren verbunden ist.

Ganz anders als in Südafrika funktioniert der Geldverkehr im übrigen Kontinent. Je weiter man sich von Südafrika entfernt, desto einfacher das Zahlungssystem. In den meisten afrikanischen Ländern empfiehlt es sich wegen des oft nicht existenten Bankwesens, fast alle Transaktionen per Bargeld abzuwickeln und im Bedarfsfall je nach Land das möglicherweise plötzlich benötigte Geld auf dem Schwarzmarkt einzutauschen, weil sich dort weit bessere Umtauschraten erzielen lassen.

Am besten bewährt sich in Afrika noch immer der US-Dollar, der sich überall problemlos in die einheimische Währung wechseln lässt und weithin begehrt ist. Es versteht sich von selbst, dass man zum Wechseln nur mit Personen in Kontakt tritt, die sich auf solche Geschäfte spezialisiert haben.

Gleich ob beim Geld-Umtausch oder beim Einkaufen: Wegen der Kriminalität sollte man vorsichtig agieren, auch wenn es für Touristen in Afrika wahrscheinlicher ist, bei einem Unfall auf der Straße als bei einem Überfall zu Schaden zu kommen. Die oberste Regel im Alltagsleben heißt deshalb: Nicht auffallen. Dazu gehört das Tragen von eher unauffälliger Kleidung oder das Anmieten weniger teurer Autos. Solche Verhaltensregeln fallen bisweilen selbst den Südafrikanern schwer. Sie stellen ihren Reichtum in der Regel sehr gerne zur Schau. Fallstricke

Taschendiebe

Gestohlen wird überall, auch im Postamt. Deshalb nichts Wertvolles nachschicken lassen, besonders nicht die vergessene EC-Karte. Auch ist es sinnvoll, Münzen und kleine Scheine für Taxi, Zeitung oder Kaffee in der Hosen- oder Hemdtasche bereitzuhalten. Auch für die Entlohnung von Parkwächtern oder Tankwarten sollten Reisende ein paar Münzen griffbereit haben. Sie sollten getrennt von größeren Scheinen und Kreditkarten aufbewahrt sein.

Kreditkartenbetrug

Wer Geld an Automaten abhebt, sollte möglichst tagsüber an Geräte gehen, die an belebten Plätzen wie etwa Einkaufszentren stehen. Auch empfiehlt es sich, stets die Notrufnummer der eigenen Bank dabeizuhaben, um notfalls eine Karte rasch sperren zu können. Trickbetrüger manipulieren Geldautomaten. Vorsicht bei Restaurants, die die Kreditkarte nicht am Tisch in ein Lesegerät einziehen. In Hinterzimmern wird die Karte oft kopiert.

Wechselgebühren Große Scheine einzuwechseln ist in Südafrika günstiger, als kleines Geld einzureichen. Ein 500- Euro-Schein kostet weniger Aufschlag als fünf 100-Euro-Scheine und dürfte als Bargeld für den Urlaubs-Trip reichen.

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