Energieversorger: Aktientipp: Lieber RWE als E.On

Energieversorger: Aktientipp: Lieber RWE als E.On

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Der Atommeiler Isar I, der von E.On betrieben wird, ist auch einer der Kandidaten, der nciht verlängert werden soll. Grund: Er würde keinen Flugzeugabsturz überstehen.

von Christof Schürmann und Annina Reimann

Der Energiekompromiss ist verkündet, die Kraftwerksbetreiber werden für längere Laufzeiten zur Kasse gebeten. Für E.On und RWE geht es um Milliarden Euro. Welches Potenzial haben die Aktien der Energieversorger?

Sicher, eine Brennelementesteuer würde die Erträge der beiden größten Versorger RWE und E.On drücken - gemessen am Gewinn je Aktie um jeweils knapp 20 Prozent , haben die Analysten von Unicredit errechnet. Geht es aber nach der Bundeskanzlerin, laufen die Reaktoren viele weitere Jahre. Laut Beschluss sollen es im Durchschnitt zwölf Jahre sein. Den Energiekonzernen würde das Milliarden in die Kassen spülen. Berechnungen des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung in Berlin zufolge würden die Konzerne bei einem gleichbleibenden Strompreis von 6,5 Cent pro Kilowattstunde jährlich rund 6,4 Milliarden Euro zusätzlich verdienen. Die Regierung aber will nur 2,3 Milliarden Euro eintreiben. Bis Ende September will die Bundesregierung das neue Energiekonzept verabschieden.

Für Anleger waren Versorger-Aktien in den vergangenen Jahren ein freudloses Geschäft. RWE-Papiere liegen knapp 50 Prozent unter ihrem Hoch. E.On-Aktien verloren binnen zweieinhalb Jahren gar mehr als die Hälfte. Am Freitag reagierten Anleger zunächst positiv auf die Ankündigung der Bundeskanzlerin und griffen zu - RWE-Aktien stiegen bis Mittags weit mehr als ein Prozent, Aktien des größten deutschen Energieversorgers E.On lagen mehr als ein halbes Prozent im Plus. „Die Anleger wollen endlich Klarheit und sind froh, dass die Entscheidung nun in greifbare Nähe rückt", sagte ein Händler. am heutigen Montag wiesen beide Aktien ein ordentliches Kursplus auf, die E.On-Aktie profitiert stärker.

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Bei den Kursaussichten gehen beide Aktien auseinander. Vor allem E.On drücken hohe Schulden. Gemessen am Unternehmenswert von 84,7 Milliarden Euro (Börsenkapitalisierung plus Nettofinanzschulden minus Netto-Kassenbestand) ist E.On (Jahresumsatz 2010 geschätzt: 84,1 Milliarden Euro) kein Schnäppchen. Im Zuge der wirtschaftlichen Erholung ziehen die Umsätze zwar wieder an, doch der Gewinn dürfte nur auf Vorjahreshöhe bleiben.

Chance auf hohe Dividende

Interessanter sind RWE-Aktien. Der Unternehmenswert von 47,4 Milliarden liegt etwas unter dem geschätzten Jahresumsatz von knapp 49 Milliarden Euro. Zudem sollte vor allem das stabile Stromgeschäft dazu führen, dass die Gewinne und die Einnahmen aus dem laufenden Geschäft reichlich fließen. Damit dürfte RWE seine Dividende mindestens halten. Für Anleger besteht die Aussicht auf mehr als sechs Prozent Dividendenrendite. Und sollten sich die Belastungen aus der Brennelementesteuerl letztlich als nicht so dramatisch herausstellen wie seit Wochen befürchtet, kommen auch noch Kursgewinne dazu.

Die Aktien von EnBW befinden sich zu mehr als 98 Prozent in der Hand fester Aktionäre. Sie sind für Privatanleger daher wenig geeignet. Der vierte große Versorger, Vattenfall Europe wurde vor gut zwei Jahren von der Börse genommen.

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