Euro Stoxx, MDax & Co.: Aktienindizes ordnen sich neu

Euro Stoxx, MDax & Co.: Aktienindizes ordnen sich neu

Bild vergrößern

Zeitschriften der Axel Springer AG. Der börsennotierte Verlagskonzern könnte in den Börsenindex MDax aufsteigen

von Martin Gerth

Das Wechselkarussell der Börsenindizes dreht sich weiter. Nach dem am Dienstag BMW in den Euro Stoxx 50 aufstieg, stehen am Freitag weitere Änderungen bei den deutschen Börsenindizes an. Der Medienkonzern Axel Springer wird wohl das Tiefbauunternehmen Bauer ersetzen. Die Anleger haben die bevorstehenden Auf- und Abstiege jedoch bereits im Kurs antizipiert.

Mit Spannung schauen die kleineren und mittleren börsennotierten Unternehmen nach Frankfurt. Die Deutsche Börse wird am Freitag bekannt geben, welche Aktien im MDax und TecDax Plätze räumen müssen und welche in die zugkräftigen Börsenbaromater aufsteigen dürfen. Ein Platz in einem Index ist deshalb so begehrt, weil er Fonds und andere Investoren anlockt. Mehr potenzielle Käufer bedeuten auch häufig bessere Kurse.

BMW hat es bereits geschafft. Die Münchner Autobauer verdrängten den niederländischen Versicherungskonzern Aegon aus dem Euro Stoxx 50. Am Dienstag, als der Indexanbieter Stoxx den Wechsel bekannt gab, legte BMW etwa doppelt so stark zu wie der Dax.

Anzeige

Die Aufnahme in den Euro Stoxx 50 ist so etwas wie ein Ritterschlag. Milliardenschwere Fonds, Versicherungen und Pensionskassen orientieren sich an dieser Benchmark und kaufen mit Vorliebe die großen, liquiden Werte aus diesem Index. Hinzu kommt, dass börsengehandelte Indexfonds (ETFs) ihre Portfolios ebenfalls mit Aktien aus dem Euro Stoxx bestücken. Allein die beiden ETFs Lyxor Euro Stoxx 50 und IShares Euro Stoxx 50 verwalten zusammen 8,6 Milliarden Euro. 

Doch nicht nur in den Standard-Indexfonds finden sich europäische Blue Chips, sondern auch in ETFs, die Rohstoffindizes nachbilden. Statt Rohstoffe zu kaufen, legt sich der Indexfonds einen Stock an europäischen Standardwerten zu und bildet den Index mithilfe eines gegenseitiges Geschäft mit einer anderen Bank nach (Swap). Der Fondsanbieter tauscht die Wertentwicklung der Aktien aus dem Euro Stoxx gegen die eines Korbes aus Rohstoffen.

Wachsender Einfluss der Marktmeinung

"Allerdings ist der positive Effekt der Indexaufnahme einmalig und fällt bei Standardwerten wie BMW deutlich geringer als bei Nebenwerten aus", sagt Hendrik Leber, Chef des Frankfurter Vermögensverwalters Acatis. Unternehmen unterhalb des MDax spielten in der Wahrnehmung von ausländischen Investoren keine Rolle. Die Liquidität von TecDax- oder SDax-Werten sei zu gering. Schließlich wollten die Großanleger schnell wieder aus ihrem Investment aussteigen können, wenn die Kurse zu brückeln beginnen. Wenn also ein Unternehmen wie Axel Springer in den halbwegs liquiden MDax aufsteige, dann falle ein mögliches Kursplus höher aus als bei einem Standardwert.

Der Medienkonzern wird voraussichtlich das Tiefbauunternehmen Bauer verdrängen. Im TecDax könnte Adva Optical Networking aufrücken. Bereits zwischen 2006 und 2008 war das Unternehmen im TecDax vertreten. Dafür müsste wahrscheinlich das Solarunternehmen QSC absteigen.

Nicht immer sei ein Aufstieg in einen viel beachteten Index wie im Fall BMW auch zum Vorteil der Aktionäre, meint Vermögensverwalter Leber. Einmal im Euro Stoxx 50 vertreten, sei der Kurs stärker abhängig von der allgemeinen Marktmeinung und weniger von den Unternehmenszahlen. Grund dafür sei, dass der Einfluss der Stockpicker im Börsenhandel dieser Aktie nachlasse, während der der Indexkäufer, die nicht nach Einzeltiteln differenzierten, zunehme.

Anzeige

Twitter

Facebook

Google+

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%