Exklusivstudie: Aktien mit Bestwerten

Exklusivstudie: Aktien mit Bestwerten

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Der Motorenbauer MAN verzeichnet überproportional steigende Gewinne

In einer exklusiven Studie für die WirtschaftsWoche ermittelt die Boston Consulting Group, welche Aktien weltweit am meisten Wert für Anleger schaffen – und welche am besten durch die aktuelle Krise kommen dürften.

Was verbindet den fast 250 Jahre alten Münchner Motorenbauer MAN mit dem zehnmal jüngeren kalifornischen Biotech-Pionier Gilead Sciences, dem IT-Trendsetter Apple und dem chinesischen Schnapsbrenner Kweichow? Zumindest auf den zweiten Blick so einiges: Jahr für Jahr wachsende Umsätze, überproportional steigende Gewinne und ein konsequenter Schulden-Abbau. Zudem schütten die vier jedes Jahr einen erklecklichen Teil ihres Gewinnes an die Aktionäre aus.

Kurzum – sie haben alles, was an der Börse gut ankommt: Mehr als 100 Prozent Wertsteigerung (Kursgewinne plus Dividenden) bringt das Papier von Kweichow seit 2003 seinen Besitzern im Schnitt ein – pro Jahr. Immerhin 60 Prozent reicher werden die Aktionäre von MAN alle zwölf Monate – Spitzenwert im Dax. 94 Prozent jährlichen Wertzuwachs schafft die Apple-Aktie. Solche Papiere im Depot zu haben ist der Traum aller Anleger. Das Problem: Wenn die breite Masse auf sie aufmerksam wird, ist der größte Teil des Kurspotenzials meist schon ausgereizt.

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Aber welche Aktien haben noch Luft für Kursgewinne? Und bei welchen übersteigt der Aktienkurs bereits den fundamentalen Wert des Geschäfts? Das herauszufinden ist seit zehn Jahren das Ziel eines internationalen Teams von Beratern der Boston Consulting Group (BCG) unter Leitung ihres deutschen Geschäftsführers Daniel Stelter. Weltweit durchleuchten Bilanz- und Branchenexperten von BCG dazu die Zahlenwerke und Börsendaten aller Unternehmen, die einen Börsenwert von einer Milliarde Euro oder mehr haben. Analysiert werden rund 5500 Industriekonzerne und Dienstleister. Lediglich Banken und Versicherungen bleiben wegen ihrer speziellen bilanziellen Eigenheiten außen vor.

Welche Aktien ziehen?

Die Berater zerlegen dabei den Börsenerfolg der besten Unternehmen in seine Bestandteile: Was genau macht die Firmen an der Börse erfolgreich? Belohnt der Markt sie für eine gesunde Bilanz mit wenig Schulden, oder bezahlt die Börse eher für schnelles Wachstum? Welchen Einfluss haben Dividenden, Kapitalerhöhungen und Aktienrückkaufprogramme? Eine so detailreiche Untersuchung ist weltweit einzigartig; die WirtschaftsWoche stellt ihre Ergebnisse seit 1999 jedes Jahr exklusiv vor.

Die Studie liefert Anlegern zudem Erkenntnisse darüber, welche Branchen und Einzeltitel, gemessen an ihrem historischen Mittelwert, an der Börse noch Potenzial haben und welche schon teuer bezahlt werden. Und – in Zeiten der Finanzkrise am wichtigsten – sie zeigt, welche Kriterien Aktien krisenfester machen als andere.

Oft war die BCG-Studie für Anleger schon bares Geld wert: So warnten Stelter und seine Kollegen 2000 vor „weltweit überzogenen Erwartungsprämien“, welche die Börse an Unternehmen verteilt hatte; bekanntlich machte der Crash diesen Erwartungen bald darauf den Garaus. Umgekehrt analysierten die BCG-Leute 2003 und 2004 treffend: „Die meisten Aktien sind fundamental mehr wert, als es ihre Börsenkurse widerspiegeln.“ Und heute? Gut ein Jahr nach Ausbruch der Finanzkrise sind die Erwartungsprämien zwar gesunken; viele Aktien notieren im grünen Bereich. Zu einer eindeutigen Kaufempfehlung mögen sich die BCG-Experten aber dennoch nicht durchringen.

Die gute Nachricht: „Auch in Krisenzeiten gibt es Unternehmen, die ihren Börsenwert nachhaltig steigern, die nicht nur den Markt schlagen, sondern Anlegern auch in absoluten Zahlen ein Plus nach Inflation und Steuern einbringen“, sagt Stelter. So finden sich sogar in notorischen Problem-Branchen wie Papier, Telekommunikation und Medien Aktien, mit denen Anleger 50 Prozent pro Jahr verdienen – etwa die Papiermühlen Klabin und Suzano aus Brasilien oder der schwedische Modern-Times-Verlag, dessen Aktie Anlegern immerhin 48 Prozent pro Jahr einbringt.

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