Finanzkrise: Betrugsverdacht: FBI ermittelt gegen kriselnde US-Banken

Finanzkrise: Betrugsverdacht: FBI ermittelt gegen kriselnde US-Banken

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Straßenschild der Wall Street, dem Sitz der New Yorker Börse New York Stock Exchange.

Nun haben die wankenden Giganten der Wall Street das FBI am Hals: Die amerikanische Bundespolizei ermittelt gegen 26 US-Banken und deren Chefs wegen Betrugsverdachts. Ins Visier der Ermittler gerieten Lehman Brothers, Fannie Mae und Freddie Mac sowie der Versicherungsriese AIG. Warren Buffett steigt derweil groß bei Goldman Sachs ein.

Wie der TV-Sender CNN und die Agentur Bloomberg heute morgen berichteten, sollen bei den Ermittlungen unter anderem die 26 betroffenen Unternehmen und deren Chefs auf möglichen Hypothekenbetrug überprüft werden. Zu den Betroffenen zählen die inzwischen insolvente Investmentbank Lehman Brothers, die Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac sowie der Versicherungsriese American International Group (AIG). 

Die Finanzkrise der Banken und Unternehmen in den USA hat zuletzt für Turbulenzen auf den Börsen weltweit gesorgt. Gegenwärtig versucht die US-Regierung, ein 700 Milliarden Dollar schweres Rettungspaket für notleidende Banken durchzusetzen. US-Finanzminister Henry Paulson und Notenbankchef Ben Bernanke äußern sich heute (Mittwoch) in einer weiteren parlamentarischen Anhörung zur Krise im Finanzsektor. Bei der Sitzung des gemeinsamen Wirtschaftsausschusses von Senat und Repräsentantenhaus geht es vor allem um das Rettungspaket für die Banken.

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Am Dienstag hatte ein Senatsausschuss Nachbesserungen gefordert. Nach dem Fahrplan der Regierung soll das Paket Ende dieser Woche verabschiedet werden. Laut US-Medien herrscht vor allem in der Frage einer parlamentarischen Aufsicht weiterhin Uneinigkeit. Mehrere demokratische Senatoren betonten, das Parlament dürfe der Regierung keinen „Blanko-Scheck über 700 Milliarden Dollar“ ausstellen. Gegner der Projekts werfen der US-Regierung vor, Steuergelder zu verschwenden.

Buffett steigt mit fünf Milliarden Dollar bei Goldman Sachs ein

Die US-Investmentbank Goldman Sachs verschafft sich wegen ihrer Probleme durch die Finanzkrise eine Kapitalspritze von mindestens 7,5 Milliarden Dollar (5,1 Milliarden Euro). Die Holding Berkshire Hathaway des US-Multimilliardärs Warren Buffett steige durch den Kauf von Vorzugsaktien für rund fünf Milliarden Dollar bei Goldman Sachs sein, bestätigte eine Sprecherin der Bank gestern Abend in New York.

Weitere mindestens 2,5 Milliarden Dollar sollen über die Ausgabe von Stammaktien in die Kasse kommen. Berkshire Hathaway erhalte zudem eine Option auf den Kauf weiterer Anteile im Wert von nochmals fünf Milliarden Dollar. Erst am Montag hatte sich Wettbewerber Morgan Stanley rund acht Milliarden Dollar frisches Geld besorgt. Die Japanische Bank Mitsubishi UFG steigt dazu mit bis zu 20 Prozent bei Morgan Stanley ein.

Die im Zuge der Kreditkrise beiden letzten verbliebenen unabhängigen US-Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley wandeln sich gerade in normale Geschäftsbanken um. Sie geben damit unter dem Druck der US-Behörden weitgehende Freiheiten auf. Sie unterstehen künftig derselben Kontrolle wie andere Banken.

Arbeitgeber: Finanzkrise negativ für deutschen Arbeitsmarkt

Der Präsident der Bundesvereinigung deutscher Arbeitgeberverbände, Dieter Hundt, rechnet infolge der Finanzkrise mit einer schlechteren Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. „Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird sich die positive Entwicklung des Arbeitsmarktes der letzten Monate deutlich abschwächen. Vielleicht unterschreiten wir kurzfristig die Drei-Millionen-Marke, aber dabei wird es bleiben“, sagte Hundt der Tageszeitung „Die Welt“. 2009 gehe er „dann günstigenfalls von einem mehr oder weniger stabilen Beschäftigungszustand aus“.

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