Finanzkrise: Creditrefom rechnet mit neuer Überschuldungswelle

Finanzkrise: Creditrefom rechnet mit neuer Überschuldungswelle

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Autokauf auf Raten

Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform befürchtet eine neue Überschuldungswelle bei Privathaushalten in Deutschland. In diesem Jahr war dank des konjunkturellen Aufschwungs die Zahl der überschuldeten Bundesbürger laut Creditreform noch um 470.000 auf 6,9 Millionen Betroffen zurückgeganen.

Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform fürchtet, dass in den kommenden zwei Jahren zahlreiche Verbraucher durch die Folgen der Finanzkrise in die Überschuldung schlittern werden.

Es sei mit einer regelrechten „Überschuldungswelle“ zu rechnen, teilte Creditreform heute in Düsseldorf mit. Denn durch das Übergreifen der Finanzkrise auf die Realwirtschaft sei ein Rückgang des Wachstums zu erwarten. Die Zahl der Arbeitslosen werde damit nicht weiter sinken.

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In den vergangenen Monaten hatte Creditreform noch einen Rückgang der mit hohen Schulden kämpfenden Verbraucher registriert.

Laut des Schuldneratlas der Creditreform ging die Zahl der überschuldeten Bürger im vergangenen Jahr spürbar zurück. Zum Stichtag 1. Oktober waren 10,11 Prozent der Volljährigen (Vorjahr: 10,85 Prozent) nicht in der Lage, die monatlichen Zahlungsverpflichtungen mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zu erfüllen. Die absolute Zahl sank um 470.000 auf rund 6,9 Millionen, was einem Rückgang von 6,4 Prozent entspricht. Die Creditreform stellte die aktuellen Zahlen am Dienstag in Düsseldorf vor.

Ost und West gleichen sich zudem immer weiter an: Die Lage in den neuen Bundesländer hat sich deutlich entspannt, die Schuldnerquote beträgt 10,3 Prozent und  liegt damit in etwa auf West-Niveau (10,07 Prozent). Als Gründe führen die Verfasser des Schuldneratlas den Aufschwung der vergangenen beiden Jahre an. Auch überschuldete Verbraucher, oftmals lange Zeit arbeitslos, fanden wieder einen Job und konnten so ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen.

Bayern top, Bremen flop

Beim Blick auf die Bundesländer bleibt alles beim alten: In Bayern (7,28 Prozent) und Baden-Württemberg (7,65 Prozent) ist der Überschuldungsanteil am geringsten, Bremen (14,72 Prozent) und Berlin (13,96 Prozent) behalten die rote Laterne. Alle Bundesländer verbesserten sich im Vergleich zum Vorjahr. Unter den Großstädten bleibt Duisburg mit einer Schuldnerquote von 16,29 Prozent das Schlusslicht, Frankfurt nimmt mit 11,92 Prozent den Spitzenplatz ein.

Parallel ging auch die Zahl der Privatinsolvenzen erstmals seit Einführung des Instituts im Jahr 1999 zurück. Diesen Effekt schreiben die Statistiker jedoch nicht dem Aufschwung, sondern den Engpässen bei der Schuldnerberatung zu.

Im direkten Vergleich mit den USA und Großbritannien schneidet Deutschland erfreulich ab: 14,7 Prozent der Amerikaner gelten als überschuldet, die Zahl wird in den kommenden Monaten voraussichtlich weiter steigen. Unter den Briten haben etwa 10,4 Prozent erhebliche Zahlungsprobleme. Auch hier stehen die Zeichen nicht auf Entspannung. Für Deutschland rechnen die Fachleute der Creditreform zwar ebenfalls mit einer steigenden Schuldnerrate, jedoch wird das Land nur von der Finanzkrise und nicht auch noch von einer Immobilienkrise heimgesucht.

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