Finanzkrise: Dax auf Erholungskurs

Finanzkrise: Dax auf Erholungskurs

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Der Dax kletterte heute Morgen langsam nach oben

Nach guten Vorgaben aus den USA und Japan ist heute Vormittag auch der Dax in Frankfurt munter in den Handel gestartet. Händler sehen ihn im Laufe des Tages bei sechs Prozent über Vortag. Vor allem Finanztitel sind wieder gefragt.

Der Dax hat heute Vormittag im Anfangsgeschäft an der Frankfurter Börse einen Teil der Vortagesverluste wieder aufgeholt. Mit 4811 Zählern notierte der Leitindex nach wenigen Minuten vier Prozent höher. Zu den größten Gewinnern zählten die Finanzwerte. Die Aktien der Deutschen Bank und Commerzbank stiegen um je über neun Prozent, die der Postbank um acht Prozent. Größter Gewinner waren die Titel des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate mit einem Plus von rund 20 Prozent. Wieder einmal gegen den Trend tendierten die VW-Aktien, die 0,5 Prozent verloren.

Der Dax-Future hatte zuvor mit einem Plus von 306 Punkten auf 4 924 Zähler in den Handel eingesetzt. Banken und Broker sagten daraufhin einen Anstieg des Dax um sechs Prozent im Verlauf des Tages  voraus. Allerdings sagen Händler unterschiedliche Entwicklungen für die großen deutschen Werte voraus.

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Die Aktien der Lufthansa dürften hingegen unter Druck kommen. Die vor dem Verkauf stehende österreichische Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) rechnet mit einem deutlicheren Jahresverlust als bislang. Händler erwarten negative Kursreaktionen anderer Fluggesellschaften. „Insbesondere Lufthansa drängt sich hierbei auf, da sie ja einer der verbleibenden Bieter für einen AUA-Anteil sind“, sagte ein Börsianer.

Auch die Titel von Gagfah könnten in Bewegung kommen. Der Immobilienkonzern widersprach Gerüchten über mögliche Liquiditätssorgen. Händlern zufolge gab es allerdings keine konkreten Spekulationen um Gagfah. „Vielmehr waren in den vergangenen Tagen alle Immobilienwerte unter Druck, da im Zuge der Finanzkrise Unsicherheit über die Refinanzierung bestand“, sagte ein Börsianer. Das Dementi könne der Aktie nun wieder etwas auf die Sprünge helfen.

Im TecDax werden Conergy in den Fokus rücken. Der vorgesehene Verkauf der Tochter Conergy Wind GmbH an den Investor Warburg Pincus ist geplatzt. Eine der Bedingungen für den Kaufvertrag habe nicht erfüllt werden können, teilte der Solarkonzern mit. Die zuständige Förderbehörde habe überraschend die teils zugesagten Fördermittel in Höhe von 3,5 Mio. Euro für den Käufer abgesagt. Händler erwarten eine moderat negative Kursreaktion. „Es ist kein großer Kurstreiber, aber schon etwas schade, dass die Restrukturierung nun etwas länger dauern wird als geplant“, kommentierte ein Börsianer.

Gute Vorgaben aus Japan und USA

Vor Eröffnung des Handels an den europäischen Marktplätzen hatten die asiatischen Börsen trotz der positiven Vorgaben aus den USA uneinheitlich geschlossen. Während sich die Tokioter Börse einen Tag nach ihrem schwersten Absturz seit 21 Jahren erholte, mussten die Aktienmärkte in Taiwan und Korea erneut Verluste hinnehmen.

Der japanische Markt profitierte von Kursgewinnen bei Exportunternehmen. Händler sprachen zudem von einer erwartbaren Gegenreaktion auf die schweren Verluste vom Donnerstag, als der Nikkei mehr als 1000 Punkte verloren und mit einem Minus von 11,4 Prozent geschlossen hatte. Die andauernden Konjunktursorgen hielten die Gewinne aber auch in Tokio in Grenzen.  Der Nikkei-Index schloss 2,8 Prozent im Plus bei 8693 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index gewann bis Handelsschluss 3,4 Prozent auf 894 Punkte.

In Tokio waren vor allem Exporttitel gefragt, die davon profitierten, dass der Yen zum Dollar kräftig nachgegeben hatte. Die Aktien des Autobauers Toyota kletterten um 3,3 Prozent. Die Papiere des Rivalen Honda verteuerten sich um 5,2 Prozent. Bei den Technologiewerten gewannen die Titel von Sony 5,2 Prozent, Canon-Aktien legten 5,7 Prozent zu. Zu den Gewinnern gehörten auch Pharmatitel wie Astellas Pharma und Chugai Pharmaceuticals.

Astellas legten gut neun Prozent, Chugai 4,6 Prozent zu. Doch für das ganz große Aufatmen ist es nach Einschätzung von Experten noch zu früh. „Die Sorgen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage weiter verschlechtert, bleiben groß“, sagte Hideyuki Ishiguro von Okasan Securities.

Die Börse in Korea verlor 2,7 Prozent, der Aktienmarkt in Taiwan gab 2,3 Prozent ab. Die Börse in Shanghai tendierte dagegen 1,1 Prozent im Plus, Singapur und Hongkong waren kaum verändert.

Am späten Donnerstagabend hatten die US-Börsen nach einem wechselhaften Handel mit einem deutlichen Plus geschlossen. Nach den Kursverlusten der letzten Tage gingen die Anleger auf Schnäppchenjagd. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg um 4,7 Prozent auf 8979 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 kletterte um 4,3 Prozent auf 946 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 5,5 Prozent auf 1717 Punkte.

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