Finanzkrise: Düsterer Ausblick bei Fortis und HSBC, Lichtblick bei HVB

Finanzkrise: Düsterer Ausblick bei Fortis und HSBC, Lichtblick bei HVB

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HSBC-Logo vor einer Filiale: Die britische Großbank bleibt wegen der Finanzkrise nach wie vor skeptisch.

Für die britische Großbank HSBC und den Finanzkonzern Fortis ist die Finanzkrise noch nicht vorüber: Sie blicken nach erneuten Gewinnrückgängen skeptisch in die Zukunft. Mit guten Neuigkeiten kann hingegen die Unicredit-Tochter HVB aufwarten: Sie bekommt die Auswirkungen der Finanzkrise kaum mehr zu spüren - und ist in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt.

„Die Turbulenzen an den Kapitalmärkten und im Finanzsektor sind sicher noch nicht vorbei“, sagte Fortis-Chef Herman Verwilst am Montag bei der Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal. Die Krise werde wohl bis ins Jahr 2009 dauern.

Zugleich warnte HSBC vor einer Konjunkturabkühlung. Die Lage der Weltwirtschaft bleibe „herausfordernd“ und in den Schwellenländern werde sich das Wachstum verlangsamen, sagte der Verwaltungsratsvorsitzende der HSBC, Stephen Green, heute laut Mitteilung.

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In den ersten sechs Monaten verdiente HSBC unter dem Strich mit 7,72 Milliarden Dollar (4,96 Mrd Euro) knapp ein Drittel weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Kosten für Kreditausfälle und die Risikovorsorge für faule Kredite musste die Bank im ersten Halbjahr um 58 Prozent auf 10,06 Milliarden Dollar hochfahren. In Nordamerika schrieb die Bank wie schon in der zweiten Hälfte 2007 rote Zahlen. Das Minus konnte jedoch durch teils deutliche Gewinnsprünge in Europa und im asiatischen Raum kompensiert werden.

HSBC ist nach eigenen Angaben weiter gut mit Kapital ausgestattet. Andere Großbanken wie Citigroup oder HBOS mussten sich zuletzt Milliarden am Finanzmarkt beschaffen, um den Kapitalanforderungen gerecht zu werden. HSBC erzielte knapp die Hälfte des Vorsteuergewinns im asiatisch-pazifischen Raum (ohne Hongkong) sowie in Mittel- und Südamerika.

Erneute Abschreibungen bei Fortis

Beim niederländisch-belgischen Finanzkonzern Fortis brach der Gewinn im zweiten Quartal auch infolge erneuter Abschreibungen von 362 Millionen Euro um die Hälfte auf 830 Millionen Euro ein. Nun will sich der Konzern von weiteren Unternehmensteilen trennen. Das Ergebnis im Bankgeschäft rutschte von 1,2 Milliarden auf 465 Millionen Euro.

Damit näherte sich der Gewinn der größeren Konzernsparte dem des kleineren Geschäftsbereiches an: Das Versicherungsgeschäft steigerte sein Ergebnis von 413 Millionen auf 423 Millionen Euro. „Fortis hat weiter unter den Turbulenzen an den Kreditmärkten gelitten“, sagte Verwilst. Voraussichtlich im Laufe des zweiten Halbjahrs werde das Unternehmen zum Verkauf weiterer Unternehmensteile etwas verkünden können.

Im dritten Quartal will Fortis den Verkauf des niederländischen Geschäfts von ABN Amro an die Deutsche Bank abschließen. Die Behörden von EU und Niederlanden haben das Geschäft noch nicht genehmigt. Das Ergebnis von Fortis könnte dem Vorstand zufolge dadurch mit 900 Millionen Euro belastet werden. Fortis hatte ABN Amro gemeinsam mit der britischen Royal Bank of Scotland (RBS) und der spanischen Banco Santander übernommen.

HVB kehrt in die schwarzen Zahlen zurück

Im Gegensatz zu HSBC und Fortis hat die UniCredit-Tochter HypoVereinsbank im zweiten Quartal kaum Blessuren durch die internationale Finanzkrise davongetragen und ist in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Unter dem Strich verbuchte die Bank einen Gewinn von 476 Millionen Euro, nach einem Verlust von 282 Millionen im vorangegangenen Quartal.

Für den weiteren Jahresverlauf zeigte sich der scheidende HVB-Chef Wolfgang Sprißler vorsichtig. "Wir müssen schlicht abwarten, wie sich die Lage an den Märkten weiterentwickelt“, sagte er heute in München. Eine Prognose für das Gesamtjahr sei noch nicht möglich. Für die Monate April bis Juni verrechnete die Tochter der italienischen Großbank wegen der Turbulenzen 40 Millionen Euro an Belastungen mit dem Eigenkapital.

Damit schlug sich die HVB deutlich besser als viele Wettbewerber. Auch beim operativen Ergebnis konnte die HVB im zweiten Quartal mit einem Plus von 813 Millionen Euro wieder deutlich positiv abschneiden, nach einem operativen Verlust in den vorangegangenen drei Monaten von 144 Millionen Euro. Das Handelsergebnis belief sich zwischen April und Juni auf 318 Millionen Euro. Im Vorquartal hatten massive Marktverwerfungen und die Ausweitung von Zinsschwankungen dem Geldhaus noch ein negatives Handelsergebnis von 647 Millionen Euro beschert.

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