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Finanzkrise: IWF warnt vor Risiken von knapp einer Billion Dollar

von rtr

Der Internationale Währungsfonds (IWF) befürchtet als Folge der Krise am US-Hypothekenmarkt und anderen Teilen der Kreditmärkte Verluste von nahezu einer Billion Dollar.

IWF-Chef Dominique Quelle: dpa
IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn Quelle: dpa

Allein in Verbindung mit ausfallgefährdeten US-Wohnungsfinanzierungen und fallenden Preisen für solche Immobilien könnten Verluste von rund 565 Milliarden Dollar auflaufen, hieß es im heute veröffentlichten IWF-Bericht zur Welt-Finanzstabilität. Ausfälle am Markt für Geschäftsimmobilien und bei Krediten für Konsumenten hinzugerechnet, könnte die Summe auf 945 Milliarden Dollar steigen.

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Zwar seien diese Schätzungen unpräzise, doch stehe der Finanzsektor vor weiteren Belastungen. Zudem stiegen die Sorgen über Beeinträchtigungen der Realwirtschaft. In seinem Bericht beklagt der Fonds dramatische Mängel im weltweiten Finanzsystem und schlägt einschneidende Änderungen vor. Die aktuelle Krise habe die ganze Zerbrechlichkeit des Systems aufgezeigt.

Dabei seien Grundsatzfragen zur Effizienz der Krisenreaktionen von privatwirtschaftlichen und staatlichen Institutionen aufgeworfen worden. Die Risiken für die Stabilität wiesen nach oben. Bestehende Sorgen zur Stabilität des Gesamtsystems würden noch verschärft durch Verschlechterungen in Einzelbereichen, wie schlechteren Kreditqualitäten oder Liquiditätsproblemen begleitet von Erschwernissen bei der Kreditbeschaffung.

Die Herausforderung liege nun darin, schnelle Schritte zur Risikominderung einzuleiten, heißt es in dem IWF-Bericht. Es müssten Notfall- und Sanierungspläne entworfen werden. Zugleich müssten die Grundursachen für die Finanzkrise angegangen werden. Der Fonds unterteilt seine Vorschläge in kurzfristig und eher längerfristig angesetzte. Kurzfristig sei notwendig, Dauer und Tiefe der Krise zu mildern.

Es gehe um eine Minderung der Unsicherheit an den Finanzmärkten und die Stärkung des Vertrauens. So sollten die betroffenen Banken und Finanzfirmen ihre Verlust zeitnahe offenlegen, Banken-Bilanzen müssten schnell in Ordnung gebracht werden und das Risikomanagement müsse verbessert werden.

Auf der öffentlichen Seite sollten die Aufsichtsbehörden für mehr Transparenz und für eine einheitlichere Bewertungspraxis von Risiken sorgen. Sie sollten ihre Aufsicht gerade im Hinblick auf die Kapitalunterlegung von Risiken verstärken und „Stabilitätsberichte“ in Hinblick auf schwer zu bewertende strukturierte Finanzprodukte erstellen. Der Staat sollte zudem bereitstehen, um bei Kollapsgefahren von einzelnen Instituten schnell zu helfen. Zudem bedarf es laut IWF mittelfristig angelegter Grundsatzkorrekturen.

Allerdings sollte die Politik es sich nicht zu einfach machen, indem sie vor allem auf der Regulierungsseite ansetzt. Einzelne IWF-Vorschläge für die Finanzwelt beinhalten die Standardisierung bestimmter Komponenten von strukturierten Finanzprodukten, die Herstellung von Transparenz der Einzelkomponenten von gemischten Produkten und eine Reform des Systems der Bonitätsbewertung (Rating).

Auch auf staatlicher Seite seien Schritte geboten, etwa was Bewertungs- oder Aufsichtsfragen angehe. Daneben empfiehlt der IWF etliche Detailverbesserungen beim Liquiditätsmanagement. Auch die Notenbanken müssten ihr Instrumentarium im Lichte der jüngsten Erfahrungen überprüfen.

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 10.04.2008, 21:46 UhrAnonymer Benutzer: Gerhard Spannbauer

    ich beobachte die Finanzkrise seit Jahren und stelle mit Schrecken fest, wie heute Kennzahlen erreicht werden, die vor knapp 2 Jahren nahezu undenkbar waren: Ein Ölpreis von über 100 Dollar, Abschreibungen in zweistelligen Milliardenbeträgen, eine Verdoppelung der Reis- und Weizenpreis usw. Mittlerweile scheinen sich die Meisten an immer gravierendere Meldungen gewöhnt zu haben.
    Das kann aber fatale Folgen haben. Die von der iWF genannte billion wird leider nicht wie die Sonne am Horizont einfach unter gehen und verschwinden. Die Finanzkrise frisst sich weiter in die reale Welt und zieht uns zunehmend den boden unter den Füssen weg. Die lebensnotwendigen Dinge werden immer teurer, aber gleichzeitig wächst der Druck auf die Löhne.
    Weiter besteht eine akute Crashgefahr. ich kann daher nur zu einer umfassenden Krisenvorsorge raten. in meinem blog unter www.krisenvorsorge.com/blog gebe ich nützliche Tipps und Hinweise wie man sich am besten vorbereitet. So sollte man z. b. gewisse Lebensmittelvorräte haben, so wie es auch das bundesamt für Katastrophenschutz sogar für "normale" Zeiten empfiehlt.

  • 09.04.2008, 06:29 UhrAnonymer Benutzer: Hans

    Unter dem Deckmantel der Globalisierung und Neoliberalisierung wurden die größten ökonomischen Kriegsverbrechen der Menschheitsgeschichte begangen, in der Tat Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
    Wie gut, dass sich die Kreatur von Jekyll island (so der Titel des besten buches über die US-Notenbank Fed von G. Edward Griffin) und iWF in ihren letzten Zuckungen befinden.
    in den Geschichtsbüchern wird ihre Skrupellosigkeit, Gewissenlosigkeit und Menschenverachtung bis zum Erbrechen dokumentiert werden können.
    Zu den beiden Themenkomplexen gibt es allein ungefähr 70 bücher.
    Der letzte Walzer der Tyrannen geht zu Ende.
    Und in den letzten Zuckungen noch herumjammern wie Strauss-Kahn, ehrlich, dann kann ich nicht so viel essen wie ich kotzen möchte.

  • 09.04.2008, 06:29 UhrAnonymer Benutzer: Hans

    Unter dem Deckmantel der Globalisierung und Neoliberalisierung wurden die größten ökonomischen Kriegsverbrechen der Menschheitsgeschichte begangen, in der Tat Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
    Wie gut, dass sich die Kreatur von Jekyll island (so der Titel des besten buches über die US-Notenbank Fed von G. Edward Griffin) und iWF in ihren letzten Zuckungen befinden.
    in den Geschichtsbüchern wird ihre Skrupellosigkeit, Gewissenlosigkeit und Menschenverachtung bis zum Erbrechen dokumentiert werden können.
    Zu den beiden Themenkomplexen gibt es allein ungefähr 70 bücher.
    Der letzte Walzer der Tyrannen geht zu Ende.
    Und in den letzten Zuckungen noch herumjammern wie Strauss-Kahn, ehrlich, dann kann ich nicht so viel essen wie ich kotzen möchte.

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