Finanzkrise: Kaupthing-Sparer: Island ist am Zug

Finanzkrise: Kaupthing-Sparer: Island ist am Zug

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Protestierende Kaupthing-Kunden vor der isländischen Botschaft in Berlin

Kaupthing-Sparer werden nervös. Der Fall liefert jetzt ein Beispiel dafür, welche Tücken deutsche Anleger ausgesetzt sind, die Spareinlagen bei Niederlassungen ausländischer Banken führen.

Denn diese Filialen führen dann gewöhnlich nicht die Konten einzelner Kunden, dafür haben sie meist keine entsprechende Banklizenz. Ein Berliner Kaupthing-Sparer hat jetzt eine Strafanzeige gegen die Verantwortlichen der DZ-Bank und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gestellt. Er  befürchtet, dass die genossenschaftliche Zentralbank in Frankfurt Gelder zurückhält, die ihm als Kaupthing-Sparer zustehen.

Die DZ Bank war für Kaupthing eine Art Verrechnungsstelle. Sie führte aber nicht die Konten einzelner Anleger, sondern nur ein normales Geschäftskonto der Bank, über das dann die Einzahlungen aller deutschen Kaupthing-Sparer nach Island überwiesen wurden und über das auch andere Zahlungen der Bank liefen. Die Konten der Kaupthing-Sparer wurden in Island geführt.

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DZ Bank ist auch Gläubiger

Und da die isländische Bank bei der DZ-Bank wohl höhere Verbindlichkeiten hat, als sie durch das Geschäftskonto gedeckt waren, muss die Bank das Geld zunächst einmal nicht an die Kaupthing-Anleger auszahlen. Die DZ-Bank gehört selber zu den Gläubigern. Zudem darf sie gar nicht auszahlen, da sowohl die isländische als auch die deutsche Bankenaufsicht einen Zahlungsstopp (Moratorium) verhängt haben.

Der Berliner Sparer hatte versucht, einen Tag bevor der Kaupthing-Zahlungsstopp bekannt wurde Geld von seinem Konto abzuheben. Das Geld kam aber nicht mehr bei ihm an. Jetzt beunruhigt ihn, dass Kaupthing in Island die Summe von seinem Konto gelöscht hat, das Geld allerdings bei der DZ-Bank in dem großen Topf liegt und nicht ausgezahlt wird.

Es hakt an der Stelle allerdings in Island: Kaupthing hätte - nachdem sie über die DZ-Bank erfahren hat, dass die Kunden ihr Geld nicht zurückbekommen haben, dieses wieder auf deren Konten gutschreiben müssen. Das ist aber offenbar nicht geschehen.

Zustimmung von Kaupthing fehlt

Besser dran sind die Anleger, die noch am Tag des Moratoriumserlasses durch die BaFin (9. Oktober 2008) Gelder auf ihre Anlagekonten bei der Kaupthing-Bank überweisen wollten. Diese Gelder hat die DZ nicht mehr auf die Atlantikinsel überwiesen und würde sie wieder an die Kunden zurückzahlen. Dazu wartet die DZ-Bank allerdings noch auf die Zustimmung seitens der Kaupthing- Bank. Ende vergangener Woche hieß es von der DZ-Bank allerdings, dass sich die Isländer dazu noch nicht geäußert hätten.

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