Finanzkrise: Reiche Kunden ziehen Geld von UBS-Konten ab

Finanzkrise: Reiche Kunden ziehen Geld von UBS-Konten ab

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Luqman Arnold, früher selbst Chef der UBS: "Es ist unglaublich, wie die UBS diese Wertpapiere kaufen konnte."

Nach neuen Milliardenabschreibungen hat die UBS hat einen Umbau und neue Einsparungen angekündigt. Der Verkauf von Teilen der Bank schließt der Vorstand aber vorerst aus. UBS leidet vor allem unter dem Geldabfluss im Bereich Vermögensverwaltung.

Im Quartalsabschluss meldet die größte Schweizer Bank neue Milliardenabschreibungen und einen Verlust von 358 Millionen Franken (221 Mio Euro). Analysten hatten den Quartalsverlust auf 270 Millionen bis 280 Millionen Franken geschätzt. UBS selbst hatte Anfang Juli zusammen mit einer Steuergutschrift von drei Milliarden Franken ein ausgeglichenes bis leicht negatives Ergebnis angekündigt.

Der Geldabfluss beim Paradepferd Vermögensverwaltung für Reiche und Superreiche ist viel stärker angestiegen als erwartet. Der Netto-Neugeldabfluss im internationalen Vermögensverwaltungsgeschäft belief sich auf 17,3 Milliarden Franken nach einem Zufluss von noch gut fünf Milliarden Franken im Quartal davor. Analysten hatten ein Minus von etwa fünf Milliarden Franken erwartet. Dazu kam, dass Schweizer Kunden weiterhin von der Bank weggehen, die Nettoabflüsse beliefen sich in der Schweiz auf zwei Milliarden Franken.

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Beim Global Asset Management, wo die Bank das Fondsgeschäft und institutionelle Kunden angesiedelt hat, betrug der Abfluss 24,5 Milliarden Franken. Und der Vorsteuergewinn im Bereich Global Wealth Management & Business Banking sank gegenüber dem Vorquartal um 48 Prozent auf 1,12 Milliarden Franken. Das in der Vermögensverwaltung verdiente Geld braucht die Bank dringend, um die Löcher zu stopfen, die die Kreditkrise aufgerissen hat.

In der Sparte Investmentbank lag der Vorsteuerverlust bei 5,23 Milliarden Franken. Darin sind auch Abschreibungen und Verluste von 5,1 Milliarden Dollar (rund 3,4 Mrd Euro) auf die Investitionen im amerikanischen Kreditmarkt enthalten.

UBS hatte Anfang Juli zusammen mit einer Steuergutschrift von drei Milliarden Franken ein ausgeglichenes bis leicht negatives Ergebnis angekündigt. Von Reuters befragte Analysten hatten den Quartalsverlust auf 270 Millionen bis 280 Millionen Franken geschätzt. Die Bank rechnet nicht mit einer Verbesserung des wirtschaftlichen Umfeldes in der zweiten Jahreshälfte.

Wegen der neuen Milliarden-Abschreibungen kündigte die Schweizer Großbank einen Umbau an. Die Bank, die bisher auf ihr integriertes Geschäftsmodell so stolz war, will ihre drei Geschäftsbereiche Investmentbanking, Vermögensverwaltung und Global Asset Management neu als selbstständige Einheiten mit erweitertem operativen Entscheidungsspielraum und verstärkter Ergebnisverantwortung führen. Parallel dazu werde die bereichsübergreifende Zusammenarbeit gefördert mit dem Ziel, die Ertragskraft des Konzerns zu maximieren.

Das könnte ein erster Schritt für einen Verkauf der Investmentbank oder die Abtrennung eines anderen Geschäftsteils sein. Zwar machte UBS-Verwaltungsratspräsident Peter Kurer am Dienstag deutlich, dass zurzeit keine Pläne für einen Verkauf der in Teilen durch die Kreditkrise angeschlagenen Investmentbank oder eines anderen Gruppenteils bestehen. Für die Zukunft wollte er aber keine Alternative ausschliessen, wenn es darum gehe, Werte für die Aktionäre zu maximieren.

Parallel zum Umbau will UBS weitere Stellen streichen, Kosten senken und die Risiken reduzieren.

Im zweiten Quartal 2007, bevor die Subprime-Krise so richtig einschlug, hatte UBS einen Gewinn von 5,6 Milliarden Franken erzielt. Danach war die Bank Quartal für Quartal tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Im Schlussquartal 2007 wurde mit 12,45 Milliarden Franken Fehlbetrag der Höhepunkt erreicht. In den ersten drei Monaten dieses Jahres hatte der Verlust 11,53 Milliarden Franken betragen.

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