Firmen-Shopping: Buffett schätzt deutsche Familienunternehmen

Firmen-Shopping: Buffett schätzt deutsche Familienunternehmen

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Warren Buffett, Vorstandschef von Berkshire Hathaway

Warren Buffett lud 50 deutsche Familienunternehmen in den Frankfurter Unions Club - doch bislang wollte niemand verkaufen.

Der in Frankfurts Westend gelegene Union Club ist die zweite Heimat all derer mit einem „von“ im Namen und einem hochrangigen Posten bei einer Bank oder Kanzlei. In das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Club-Restaurant in der neobarocken Villa Merton lud Warren Buffett im Mai 2008 die Besitzer von 50 deutschen Familienunternehmen.

„Der Sternekoch hat sich mit seinem Team voll ins Zeug gelegt“, sagt ein Kenner des Hauses. Doch der Milliardär aus Omaha bestellte nur „einen Hamburger ohne viel Drumherum“. Und kam dann rasch zum Grund seiner Europa-Reise. „Wenn Sie ein Unternehmen verkaufen wollen, rufen Sie mich an“, sagte Buffett. „Ich gehe jeden Tag ins Büro und warte darauf, dass das Telefon klingelt.“

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Außer Spesen nichts gewesen

Darauf wartet der Milliardär aus Omaha noch heute. Bisher hat sich Buffett an keinem der 50 Familienunternehmen beteiligt, dabei war Buffett ausdrücklich zum Firmen-Shopping angereist. „Es handelt sich um eine aufgeschobene Einkaufstour. Ich rede mit vielen Leuten, damit sie wissen, worum es Berkshire Hathaway geht“, sagte er. „Wir wollen die Botschaft loswerden, dass wir die Ersten auf dem Radar sein wollen.“

75 Millionen Euro Gewinn vor Steuern müsse ein Unternehmen schon verdienen, nach oben sei die Investitionsgröße unbegrenzt. „Wenn Besitzer sich Gedanken darüber machen, wie ihr Unternehmen nach weiteren 100 Jahre dastehen wird, sind wir die beste Wahl“, warb Buffett. „Familienunternehmen können die von ihnen geschätzten Qualitäten nicht bewahren, wenn sie an jemand anders verkaufen.“

Emotionale Bindung

Die deutschen Unternehmer wollen diese Qualitäten aber offenbar bewahren, indem sie gar nicht verkaufen. „Buffett war überrascht, wie stark die emotionale Bindung an das Unternehmen ist“, sagt Joachim Schwass, Professor an der Schweizer Wirtschaftshochschule IMD, der Buffett auf seiner Europa-Tour begleitete. „In den USA wird ein Preis gemacht und dann verkauft.“ Die deutschen Familienunternehmer dagegen scheinen eine wichtige Lehre von Buffett verinnerlicht zu haben: Gute Unternehmen verkauft man nicht. Mit Buffetts Worten: „Ich investiere für immer.“

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