
Japan wird noch Jahrzehnte mit den Aufräumarbeiten nach der Atomkatastrophe von Fukushima zu kämpfen haben. „Es wird drei, fünf, zehn Jahre oder letztendlich mehrere Jahrzehnte dauern“, sagte Japans Regierungschef Naoto Kan am Samstag vor Parteimitgliedern in Tokio. Es war das erste Mal, dass die japanische Regierung einen Zeitrahmen für die umfassenderen Arbeiten nach den derzeit laufenden Notmaßnahmen nannte.
Das Erdbeben vom 11. März hatte zur Havarie des Fukushima-Reaktors geführt und damit die weltweit schwerste Atomkatastrophe seit dem Super-Gau von Tschernobyl ausgelöst. Auch knapp vier Monate nach dem Unglück steht Kans Regierung für ihr Krisenmanagement in der Kritik. Kan hat seinen Rücktritt für einen unbestimmten Zeitpunkt nach Bewältigung der ersten Notmaßnahmen angekündigt.
Unterdessen ist ein Streit zwischen AKW-Betreibern und der Regierung über geplante Stresstests für Atomkraftwerke entbrannt, der den Zeitplan für das Wiederhochfahren stillgelegter Meiler verzögern könnte. Derzeit sind nur 19 der 54 Atomkraftwerke am Netz. Japan drohen nun Stromengpässe auch über den Sommer hinaus. Die Regierung hat bereits offiziell Stromsparen angeordnet, um einen Kollaps zu vermeiden.









