Fondstipp: Degi International: Vor der Zerschlagung auf Erholung wetten

Fondstipp: Degi International: Vor der Zerschlagung auf Erholung wetten

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Fondsverlauf Degi International 2008-2010 (Klicken Sie auf die Grafik für eine erweiterte Auswahl)

von Heike Schwerdtfeger

Vor der drohenden Zerschlagung im nächsten Jahr wetten die Manager des offenen Immobilienfonds Degi International auf Erholung bei den Büroimmobilien. Das könnte sich auszahlen.

Der Unterschied zwischen Immobilienaktienfonds und offenen Immobilienfonds ist nicht mehr groß. Hohe Verluste gibt es inzwischen auch bei den Immobilienfonds, die direkt in Gebäude investieren. Jetzt sind sie zudem auch für wagemutige Anleger interessant, weil an der Börse ein Markt für ihre Fondsanteile entstanden ist. Dort werden sie zu einem Preis gehandelt, der weit unter dem liegt, was an Immobilienvermögen in den Büchern steht. Börsianer glauben nicht an die von den Sachverständigen festgelegten Immobilienwerte, die sich im offiziellen Preis der Fondsgesellschaft widerspiegeln. Beim Degi Europa liegt der Börsenkurs 36 Prozent unter dem Preis, den die Fondsgesellschaft Aberdeen veröffentlicht, beim Morgan Stanley P2 Value sind es 34 Prozent, beim KanAm US-grundinvest 15 Prozent. Diese Fonds werden zerschlagen, die Fondshäuser suchen Käufer für alle Immobilien und schütten erzielte Erlöse regelmäßig aus. Mit sogar 45 Prozent Abschlag wird der Degi International gehandelt.

Dewi wettet auf Erholung bei Büroimmobilien

Anlegergeld ist zu 80 Prozent in Gebäude in West- und Osteuropa investiert, 15 Prozent entfallen auf Kanada, 4 Prozent auf Japan. Die bis Mitte November angesetzte Schließung wird um ein weiteres Jahr verlängert, danach droht auch dem Degi International die Zerschlagung. Mit 39 Immobilien und einem Netto-Fondsvermögen von 1,7 Milliarden Euro ist er ein Schwergewicht. Seit Juli haben Sachverständige 14 Immobilien meist zweistellig abgewertet. Noch sind die Immobilien gut vermietet, aber 18 Prozent der Verträge müssen 2011 neu verhandelt werden. Die Immobilien wurden zu 40 Prozent über Kredite finanziert. Das dämpft auch die Freude über Verkäufe, denn Banken verlangen Vorfälligkeitsentschädigungen, wenn ein Käufer bestehende Kredite nicht übernimmt. Die Hälfte der Immobilien ist erst nach 2004 entstanden, sie gilt zudem hinsichtlich ihrer Größe als marktgängig. Nur der Pariser Tour Mirabeau ist mit 270 Millionen Euro Gutachterwert ein Klotz. Der Fonds ist eine heiße Wette auf eine Erholung des internationalen Markts für Büroimmobilien.

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