
Die Diskussion der Bundesregierung über die Zukunft der Atommeiler verfolgen die Fondsmanager der SEB Asset Management besonders aufmerksam. Zinspapiere von Staaten, bei denen die Atomenergie mehr als zehn Prozent Anteil an der Energieerzeugung hat, dürfen sie für den ÖkoRent nur dann kaufen, wenn ein Atomausstieg beschlossen wurde. Bei dem Rentenfonds entscheiden ökologische und soziale Kriterien über die Zusammenstellung des Portfolios. Unternehmen fliegen zum Beispiel raus, wenn sie mit Kriegswaffen oder Gentechnik zu tun haben. Bei Länderanleihen disqualifizieren sich die USA und Japan wegen der Todesstrafe, Italien wegen schwerer Korruption. "Nach der Prüfung aller Kriterien bleiben zehn Länder übrig, darunter Kanada, Norwegen, Australien und Deutschland", sagt Frank Laufenburg, Leiter des SEB-Rentenfondsmanagements.
Währungsgewinne sorgen für gutes Ergebnis
Schweden ist im Juni rausgeflogen, weil das Land den Atomausstieg komplett gekippt hat. "Solange Deutschland bei einer Verlängerung der Laufzeiten bleibt, können wir Bundesanleihen kaufen", sagt Laufenburg. Allerdings ist mit den Papieren nicht mehr viel zu verdienen. Der Bund-Future, ein Derivat, mit dem Anleger auf die Zinstendenz wetten können, ist Ende vergangener Woche auf ein Allzeithoch geklettert. Im Bund-Future werden Kurse von Bundesanleihen verrechnet. Steigen deren Kurse und fallen deren Renditen, dann steigt der Bund-Future.
Dass der ÖkoRent mit zwölf Prozent seit Jahresbeginn ein außergewöhnlich gutes Ergebnis erzielte, hing vor allem mit Währungsgewinnen zusammen. Zwar sind amerikanische und japanische Staatspapiere verboten, die SEB-Manager können aber durch Währungstermingeschäfte auf die Entwicklung von Dollar und Yen wetten. "Den Yen haben die Käufe der chinesischen Zentralbank getrieben", sagt Laufenburg. Er erwartet aber eine Gegenbewegung bei den Währungen. Um die Performance zu halten, hat er die Yen- und Dollar-Bestände verringert, Unternehmensanleihen komplett verkauft, und bei Staatspapieren setzt er auf kürzere Laufzeiten von etwa fünf Jahren.





