Fotografie: Fotostar Peter Beard schoss 60.000 Fotos für den neuen Pirelli-Kalender 2009

Fotografie: Fotostar Peter Beard schoss 60.000 Fotos für den neuen Pirelli-Kalender 2009

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Pirelli Präsident Marco Tronchetti Provera (l.) und Fotograf Peter Beard poses mit den Models Rianne Ten Haken, Isabeli Fontana, Emanuela de Paula und Maricarla Boscono (L-R), während der Präsentation des Pirelli Kalenders 2009 in Berlin am 20. November 2008.

Der amerikanische Mode- und Afrika-Fotograf Peter Beard hat für den neuen Kultkalender des Reifenkonzerns Pirelli erstmals nicht nur analog, sondern auch digital fotografiert und deshalb rund 60.000 Fotos aufgenommen. Aus dem unerschöpflichen Material will Beard ein Buch machen.

Auch der Pirelli-Kalender wird wegen der Fülle von Aufnahmen wachsen, wie Beard im Gespräch mit fivetonine verrät, dem Lifestylemagazin der WirtschaftsWoche.

Die Produktion mit einer Digitalkamera sei unerlässlich gewesen, so Beard. „Anders geht’s heute gar nicht mehr. Aber deswegen ist es eher ein Buch geworden als ein Kalender: 56 Seiten statt der üblichen 20.

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Da liegt ein Haufen mit 30.000 Kontakten von Schwarz-Weiß- und Farbfilmen, genauso viel habe ich noch mal mit der Digital-Kamera geschossen: Macht 60.000 Aufnahmen für einen einzigen Job!“ Deshalb plane er ein Buch über das Entstehen des Pirelli-Kalenders.

Thema des Kalenders ist Afrika, dessen Schicksal Beard eine Tragikomödie nennt. „Ich hätte niemals gedacht, dass „The End of the Game“ ein so passender Titel für mein Buch von 1965 sein würde! Wir gehen sehr viel schneller unter, als wir dachten.

Wir vermehren uns explosionsartig. Als ich in den Fünfzigerjahren nach Kenia kam, gab es 5,5 Millionen Einwohner, jetzt sind es über 40 Millionen. Im Schnitt hat jede erwachsene Kenianerin 8,2 Kinder“, beklagt Beard. „Den Elefanten geht es ähnlich, es gibt zu viele, viel zu viele von ihnen. Auf dem Titelfoto der Neuausgabe bei Taschen drängeln sich um die 900 Elefanten auf der Suche nach Bäumen, weil sie nichts zu fressen haben.

So groß ist keine normale Herde! Jeder erwachsene Elefant hat schwerwiegende Herzprobleme. Elefanten sind wie Menschen: Sie reagieren mit Krankheiten auf Stress und Platznot. Menschen und Elefanten haben das gleiche Schicksal, das ist mein Thema für den Pirelli-Kalender.“

Massive Kritik äußert Afrika-Kenner Beard an der Arbeit von Hilfsorganisationen oder Prominenten, die sich für den Erhalt etwa von Großsäugern wie Elefanten einsetzen, um ihr Gewissen zu beruhigen. „Hilfsorganisationen bringen uns nicht weiter, im Gegenteil. Wenn ich an diese abstrusen Spendenaufrufe denke: „Buy an elefant a drink!“ oder „Buy a lion an acre of land!“ – was für ein Wahnsinn.

Dabei leben doch schon viel zu viele Tiere auf viel zu engem Raum. Südafrika lässt gerade 2000 Elefanten abschießen. Dieses ganze Geldsammeln für die armen Tiere ist eine einzige Lüge – sentimentaler Quatsch, damit wohlhabende Menschen ihr schlechtes Gewissen erleichtern können.“

Das gelte auch für Prominente wie Bob Geldof. „Es geht um Überbevölkerung, aber darüber spricht niemand. Stattdessen veranstalten Leute wie Bob Geldof Charity-Events für die Armen. Mit welchem Erfolg? Sobald sie satt sind, gehen sie sich vermehren! Und dann? Es gibt keine Ernten, die langfristig ein Überleben garantieren könnten. Wozu also diese ganzen internationalen Konferenzen und exklusiven Dinners? Um unser Gewissen zu erleichtern!

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