Führungs-Spitzen: Auf Wiedersehen!

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Heiner Thorborg ist einer der führenden Personalberater Deutschlands

Kolumne

Wir alle wollen lange Sommerferien, Skiabfahrten und Swimmingpools, lange Beine und lange Leine. Gut und lange abgehangen ist nicht nur ein Prädikat für Wein und Steak, sondern auch für Freizeitgestaltung. Aber nicht unbedingt für Kolumnen und deswegen sage ich heute: So long, es war schön!

Wir leben in hungrigen Zeiten. Der Status quo ist nie gut genug, alles wird auf Wachstum gedrillt. „Höher, schneller, weiter“ ist das Motto unserer Tage. Neu schlägt alt, groß ist besser als klein, lang besser als kurz. Insbesondere lang gilt als gut – es sei denn, es geht um Meetings, Vorträge oder Flugreisen. Glaubt man Jeff Jarvis vom Institut für Journalismus der New York University, ist das Thema Länge auch für Medien akut. Seiner Meinung nach werden längliche Informationsstränge zunehmend durch knackige Statements ersetzt, durch knappe Sentenzen für Leute mit wenig Zeit und noch weniger Aufmerksamkeit,  kurz durch Details, die auf eine Website passen. 

Ich bekenne mich schuldig im Sinne der Anklage. Ein ganzes Jahr lang habe ich an dieser Stelle versucht, komplexe Zusammenhänge zum Thema Personalmanagement, Führung, Corporate Governance und Frauen in Topetagen auf den Punkt zu bringen – so kurz, dass es auf die Website der Wiwo passt. Diese Themen beschäftigen mich schon seit vielen Jahren und hätten vielleicht mehr Platz gebraucht, sie füllen bei anderen Autoren ganze Bücher. Ich persönlich habe die kurze Form genossen, sie zwingt zur Gedankenschärfe. Faseln war noch nie mein Metier. Das Ergebnis hat mir Spaß gemacht und mir viele Kommentare eingebracht on- und offline. Vielen Dank dafür.

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Es geht nichts über Qualität

Doch nun ist es gut, ein Jahr lang jede Woche eine Kolumne ist lang genug. Und was ich zu sagen habe, ist im Wesentlichen formuliert:

Die deutsche Wirtschaft braucht mehr weibliche Topmanager, nicht aus ethischen, sondern aus ökonomischen und demografischen Gründen, doch die gesetzliche Quote ist der falsche Weg zum richtigen Ziel.Verhandlungssicheres Englisch sollte Pflicht werden für jeden Aufsichtsrat in börsennotierten Gesellschaften, nicht nur für die Kapitalseite, sondern auch für die Arbeitnehmervertreter. Nur dann bekommen wir endlich internationalere Kontrollorgane.Authentizität und Glaubwürdigkeit sind der Schlüssel zu einer dauerhaft erfolgreichen Karriere. Kurzfristig mögen sich die Blender durchsetzen, dafür kracht es dann meist umso publikumswirksamer.

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